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Empfang im Weißen Haus: Dalai Lama trifft Barack Obama

Am heutigen Donnerstag empfängt US-Präsident das geistige Oberhaupt der Tibeter Dalai Lama. Die Chinesen sind nicht erfreut.

Spekuliert wurde dabei weniger über die Gesprächsthemen, sondern über den Rahmen der Begegnung am Donnerstagvormittag (Ortszeit) im Weißen Haus. Allgemein wurde damit gerechnet, dass es ein privates Treffen bleiben würde - ohne Presse- und Fototermin und ohne öffentliche Erklärung.

Dafür sprach allein schon der Ort des Gesprächs: Nach Angaben des Weißen Hauses wollte Obama das geistliche Oberhaupt der Tibeter im sogenannten Map Room empfangen, in den gewöhnlich private Gäste des US-Präsidenten gebeten werden. Staatsempfänge finden dagegen im Oval Office statt. Offensichtlich war die US-Regierung darum bemüht, China nicht noch weiter zu verärgern.

Andererseits wollte sich Obama aber auch nicht noch einmal dem Vorwurf aussetzen, vor der Kritik aus Peking einzuknicken. Genau dies wurde ihm im vergangenen Oktober zur Last gelegt, denn damals wurde der in Washington weilende Dalai Lama nicht empfangen. Die Tibeter zeigten sich auch mit einem privaten Treffen zufrieden. Schon dies gebe ihnen das Gefühl, nicht gänzlich von der Welt vergessen zu werden, sagte Lodi Gyari, ein Gesandter des Dalai Lamas.

Auch die Treffen des buddhistischen Geistlichen mit früheren US-Präsidenten fanden in der Regel ohne Pressebegleitung statt. Obamas Vorgänger George W. Bush zeigte sich allerdings 2007 mit dem Dalai Lama bei einem öffentlichen Termin, als dem Tibeter eine hohe Auszeichnung des US-Kongresses verliehen wurde. Dies löste scharfe Proteste in China aus, das dem Dalai Lama Separatismus vorwirft.

APN / APN
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