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EU-Balkanagentur: Korruptionsskandal weitet sich aus

Hamburg - Der Korruptionsskandal um einen Großauftrag der EU an Siemens und die Duisburger Firma Lurgi Lentjes Service (LLS) weitet sich aus. Wie der stern berichtet, hat LLS neben vermuteten Schmiergeldern an einen EU-Bediensteten auch hohe Provisionen an einen weiteren ehemaligen Mitarbeiter der EU-Agentur für den Wiederaufbau des Balkans gezahlt. Der 56-jährige Franko-Brite Louis Jourdan erhielt nach stern-Informationen 498000 Euro für die Vermittlung des 49,8-Millionen-Euro-Vertrages für die Wiederinstandsetzung des Kraftwerkes Nikola Tesla A3 bei Belgrad. Wegen des Verdachts der Korruption durchsuchten vorige Woche Polizeibeamte die Duisburger LLS-Zentrale, die Büros der Karlsruher Siemens-Filiale "Siemens Power Generation" sowie Privatwohnungen von Firmenmitarbeitern. Die Staatsanwaltschaft wirft Mitarbeitern von Siemens und LLS vor, dem ehemaligen EU-Bediensteten David Williams einen Jaguar und Bargeld bezahlt zu haben. Bestätigt sich der Korruptionsverdacht, drohen Siemens und Lurgi nach stern-Informationen schwere Sanktionen der EU. Brüssel müsste die Firmen laut Haushaltsordnung von künftigen Ausschreibungen ausschließen.

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