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Flüchtlingskrise CSU-Minister Herrmann kritisiert Bundesregierung für Einreiseerlaubnis


Nach der Einreiseerlaubnis für Flüchtlinge aus Ungarn muss die Bundesrepublik deren Unterbringung sichern. Und schon machen sich viele weitere auf den Weg. In Deutschland werden die Migranten aktuell verteilt.

Erst zu Fuß über die Grenze nach Österreich, dann weiter in Bussen und Bahnen nach Deutschland: Nach der Einreiseerlaubnis für Flüchtlinge aus Ungarn muss die Bundesrepublik deren Unterbringung sichern. Und schon machen sich viele weitere auf den Weg. In Deutschland werden die Migranten aktuell verteilt.

Lesen Sie die Ereignisse des Tages in der stern-Chronik.

+++ 21.11 Uhr: Sonderzug mit Flüchtlingen aus Ungarn trifft in Saalfeld ein +++

Ein Sonderzug mit Flüchtlingen aus Ungarn trifft im thüringischen Saalfeld ein. Nach Angaben der Bundespolizei befinden sich 569 Flüchtlinge an Bord, darunter 21 Kinder unter zwei Jahren. Die Menschen sollen zunächst mit Essen versorgt und registriert werden. Rund die Hälfte soll noch in der Nacht nach Dresden weiterreisen, wo sie auf dem Gelände einer Offiziersschule untergebracht werden sollen. Rund ein Viertel soll nach Halberstadt in Sachsen-Anhalt kommen, ebenfalls ein Viertel zunächst ins thüringische Hermsdorf.

+++ 20.09 Uhr: Ungehinderte Einreise muss laut Altmaier "Ausnahme" sein +++

Kanzleramtsminister Peter Altmaier sagt in der ARD, die ungehinderte Einreise von Flüchtlingen dürfe sich nicht täglich wiederholen. "Wir müssen dazu kommen, dass die ganz normalen europäischen Regeln eingehalten werden und das heißt, alle müssen sich beteiligen", sagt er mit Blick auf den Widerstand osteuropäischer Staaten gegen eine Aufnahme.

+++ 20.03 Uhr: Merkel telefoniert mit Orbán +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einem Sprecher zufolge am Abend mit dem ungarischen Regierungschef Viktor Orbán telefoniert. Beide seien sich einig gewesen, dass ihre Länder ihren europäischen Verpflichtungen einschließlich des Dublin-Abkommens nachkämen, hieß es. Zudem sei man sich einig gewesen, dass die heutige Weiterreise der Flüchtlinge aufgrund der Notlage an der ungarischen Grenze eine Ausnahme gewesen sei.

+++ 19.51 Uhr: 9000 Flüchtlinge kamen heute nach Österreich +++

Das österreichische Innenministerium geht davon aus, dass am Samstag rund 9000 Flüchtlinge über die Grenze ins Land gekommen sind. Darin seien 500 Menschen enthalten, die sich derzeit noch unmittelbar vor dem Grenzübertritt befänden, sagte ein Sprecher.

+++ 19.10 Uhr: Österreichische Bahn transportiert 7500 Flüchtlinge +++

 Die Österreichische Bahn hat am Samstag rund 7500 Flüchtlinge von der Grenze zu Ungarn nach Wien oder weiter Richtung Westen gebracht. Der letzte Zug von Grenzübergang Nickelsdorf nach München fahre um 19.10 Uhr ab, sagte eine Sprecherin.

+++ 18.56 Uhr: Minister Herrmann kritisiert Bundesregierung für Einreiseerlaubnis +++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kritisiert die Bundesregierung wegen deren Flüchtlingspolitik scharf. Die Entscheidung, die in Ungarn festsitzenden Flüchtlinge über Österreich nach Deutschland einreisen zu lassen, sei mit den Ländern nicht abgesprochen gewesen, sagt Herrmann beim Besuch einer Polizeidienststelle. Diese Entscheidung sei ein "völlig falsches Signal innerhalb Europas", das korrigiert werden müsse.

+++ 17.53 Uhr: Flüchtlinge sollen noch an diesem Wochenende verteilt werden +++

Die Verteilung der rund 7000 Flüchtlinge aus Ungarn soll noch an diesem Wochenende abgeschlossen werden. Das teilt das Bundesinnenministerium (BMI) mit und beruft sich auf die Tagung des Bund Länder Koordinierungsstab Asyl. Mit Bus und Bahn sollen die Menschen demnach auf die einzelnen Bundesländer verteilt werden. Wie viele wohin kommen richte sich nach dem Königsteiner Schlüssel, teilte ein Sprecher mit. Dieser richtet sich nach Steuereinnahmen und Bevölkerungszahl der Länder ausgerichtet.

Die Flüchtlinge kommen laut BMI zunächst in zentralen Aufnahmeorten der jeweiligen Ländern an, von dort aus werden die Menschen dann auf Städte und Gemeinden verteilt. Das Land Baden-Württemberg kündigte beispielsweise an, mindestens 1300 Menschen aufnehmen zu wollen. Hessen rechnet mit bis zu 700 Neuankömmlingen. Kleinere Länder wie Thüringen und Sachsen-Anhalt bereiteten sich auf die Ankunft von jeweils rund 125 vor.

+++ 17.45 Uhr: Österreichische Bahn unterbricht über Nacht Transporte +++

Die Österreichische Bahn stellt über Nacht die Flüchtlingstransporte von der ungarischen Grenze nach Deutschland ein. Am Sonntag würden die Fahrten wieder aufgenommen, kündigt eine Sprecherin des Unternehmens an. Pläne, die Transporte ab einem gewissen Zeitpunkt zu beenden, gebe es derzeit nicht.

+++ 17.43 Uhr: Laut Österreich mehr als 3000 Flüchtlinge nach Deutschland weitergereist +++

Mehr als 3000 Flüchtlinge aus Ungarn sind bislang laut Behördenangaben von Österreich nach Deutschland weitergereist. Am Wiener Westbahnhof seien mehr als 5000 Migranten angekommen, sagt Polizeisprecher Roman Hahslinger. Die meisten hätten Züge nach München sowie Frankfurt am Main nehmen können, heißt es bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). 

+++ 17.41 Uhr: UN-Flüchtlingshilfswerk lobt Deutschland und Österreich  +++

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) lobt den Umgang Deutschlands und Österreichs mit aus Ungarn gekommenen Migranten. "Das ist politische Führerschaft auf der Grundlage humanitärer Werte", heißt es in einer Erklärung. Zugleich werden darin die vielen Bürger und Organisationen gewürdigt, die Hilfe für Tausende von Flüchtlingen leisten. 

+++ 17.34 Uhr: Offiziersschule in Dresden wird zur Flüchtlingsunterkunft +++

In der Offiziersschule des Heeres in Dresden sollen 350 Flüchtlingen beherbergt werden. Am Nachmittag treffen die ersten Hilfesuchenden dort nach Angaben der Bundeswehr ein.

+++ 17.21 Uhr: In München werden Messehallen zu Notunterkünften +++

In München werden nach Angaben des Regierungspräsidenten von Oberbayern, Christoph Hillenbrand, zwei Messehallen zu Notunterkünften umfunktioniert. Dort werden 1700 Betten und 1500 Sitzplätze bereitgestellt. Die Flüchtlinge sollen dort auch über Nacht bleiben können. 

+++ 17 Uhr: Keine Hinweise auf fremdenfeindlichen Hintergrund bei Feuer in Hessen +++

Nach dem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft im südhessischen Heppenheim gibt es keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Polizei und Staatsanwaltschaft schließen aus, dass bei dem Feuer in der Nacht zum Freitag ein brandbeschleunigendes Mittel benutzt wurde. Die Ermittlungen gingen aber "unvermindert weiter". Bei dem Brand wurden mehrere Menschen verletzt, darunter ein Mann, der aus einem Fenster im zweiten Stock gesprungen war. Er befand sich der Mitteilung zufolge am Samstag noch im Krankenhaus. Alle anderen Verletzten konnten die Klinik inzwischen wieder verlassen.

+++ 16.46 Uhr: Behörden rechnen mit 5000 bis 7000 Flüchtlingen aus Ungarn +++

Die Regierung von Oberbayern erwartet, dass am Samstag 5000 bis 7000 Flüchtlinge aus Ungarn in Deutschland ankommen. Das kündigt Regierungspräsident Christoph Hillenbrand auf einer Pressekonferenz an. Auch das Bundesinnenministerium geht von bis zu 7000 Migranten aus. Am Morgen war in ersten Polizeischätzungen von bis zu 10.000 Menschen die Rede gewesen.

+++ 16.44 Uhr: Kosten für Flüchtlinge 2015 laut "FAS" bei rund zehn Milliarden Euro +++

Die Gesamtkosten für die Betreuung der Flüchtlinge in Deutschland belaufen sich laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" auf rund zehn Milliarden Euro in diesem Jahr. Nachdem beim Flüchtlingsgipfel im Juli ein Bedarf von 5,6 Milliarden Euro für 450.000 Asylbewerber veranschlagt worden war, sei ein solches Volumen für die nun erwarteten 800.000 Neuankömmlinge von der Größenordnung her realistisch, zitiert die Zeitung vorab aus verschiedenen Verwaltungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Im Vorjahr hatten die Kosten laut Statistischem Bundesamt rund 2,4 Milliarden Euro betragen, bei 203.000 neuen Asylbewerbern.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will derzeit noch keine konkreten Zahlen zu den Kosten des Bundes für die Bewältigung des massiven Zustroms von Flüchtlingen und Asylbewerbern nennen.  Zunächst einmal müsse es Klarheit geben, "wie wir aus Sicht der Bundesregierung die Probleme lösen  wollen", sagt nach einer G20-Ministerkonferenz. "Bevor wir das nicht haben, macht es keinen Sinn, eine öffentliche Debatte zu führen, wer nun wie viel für was kriegt."

+++ 16.30 Uhr: Steinmeier sieht Fortschritte in Flüchtlingsdebatte +++

In der Diskussion um eine gerechte Verteilung von Flüchtlingen in der EU gibt es nach Angaben von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier Bewegung. "Die Quote wird von einigen Ländern immer noch abgelehnt, aber [...] es scheint doch eine Bereitschaft zu geben, sich stärker an einer Gesamtverantwortung - an einer europäischen Gesamtverantwortung - zu beteiligen", sagt der SPD-Politiker nach Gesprächen mit EU-Amtskollegen in Luxemburg. Die Diskussionen und Tragödien der vergangenen Tage seien nicht folgenlos geblieben. 

+++ 16.14 Uhr: ARD-"Brennpunkt" zur "Flüchtlingswelle nach Grenzöffnung" +++

Das Erste bringt zur Ausreise Tausender Flüchtlinge aus Ungarn um 20.15 Uhr eine Sondersendung. Der 15-minütige "Brennpunkt" vom Bayerischen Rundfunk heißt "Flüchtlingswelle nach Grenzöffnung" und bringt Berichte aus Ungarn, Wien und München.

+++ 16.12 Uhr: Thüringen richtet Notquartier für Flüchtlinge ein +++

Thüringen richtet nach den Worten von Ministerpräsident Bodo Ramelow ein Notquartier für Flüchtlinge in Hermsdorf ein. Dort können in einer Halle der Landesentwicklungsgesellschaft 600 oder mehr Menschen untergebracht werden, sagt Ramelow im MDR. Das sei erst der Beginn der aktuellen Fluchtbewegung. Daher habe er in einem Brief alle Landräte und Oberbürgermeister des Landes um Hilfe gebeten.

+++ 15.58 Uhr: SPD-Fraktionsvize fordert mehr Sprachkurse für Flüchtlinge +++

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Hubertus Heil fordert einen massiven Ausbau der Sprachkurse für Flüchtlinge. "Wir müssen Flüchtlingen mit Bleibeperspektive helfen, die Sprachbarriere schnell zu überwinden", sagt er dem "Focus". Den Ausbau berufsbezogener Deutschkurse müsse der Bund notfalls allein stemmen, und für Integrationskurse könne das Innenministerium zusätzliches Geld bereitstellen. Der SPD-Bildungspolitiker fordert zudem, die Fördermittel für Kitas mit dem Schwerpunkt Spracherwerb zu verdoppeln und mindestens 10.000 zusätzliche Sprachkurs-Plätze für Flüchtlinge zu schaffen, die ein Hochschulstudium anstreben.

+++ 15.30 Uhr: Ungarn stellt keine Busse mehr für Transport von Flüchtlingen bereit +++

Die ungarischen Behörden stellen keine Busse zum Flüchtlingstransport mehr bereit. Polizeichef Karoly Papp bezeichnet den zuvor erfolgten Einsatz von Bussen zum Flüchtlingstransport an die österreichische Grenze als "einmalig". "Es werden keine Fahrzeuge mehr zu den auf der Straße laufenden Flüchtlingen geschickt", sagt er der Nachrichtenagentur MTI, nachdem weitere rund 500 Menschen zu Fuß den Hauptbahnhof in Budapest in Richtung Österreich verlassen hatten. 

+++ 14.46 Uhr: Real Madrid gibt eine Million Euro für Flüchtlinge +++

Der spanische Fußballklub Real Madrid will für in Spanien ankommende Flüchtlinge eine Million Euro zur Verfügung stellen. Wie der Verein mitteilt, sollen Kinder und Jugendliche zudem Sportausrüstungen erhalten.

+++ 14.18 Uhr: Polen will keine zusätzlichen Flüchtlinge aufnehmen +++

Trotz der dramatisch wachsenden Zahl von Flüchtlingen in Europa will Polen keine zusätzlichen Migranten aufnehmen. Regierungschefin Ewa Kopacz betont nach einer Sitzung des Krisenrats zu Flüchtlingen, Polen bleibe bei der Aufnahme von 2000 Menschen. "Ich werde keine Maßnahmen ergreifen, die unser Leben und die wirtschaftliche oder soziale Sicherheit des Landes und unserer Bürger destabilisieren könnten", sagt sie in Warschau.

+++ 14.06 Uhr: Hilfe für Flüchtlinge aus Ungarn soll laut Steinmeier Ausnahme bleiben +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sieht in der Vereinbarung zur Weiterreise tausender Flüchtlinge von Ungarn Richtung Deutschland eine Ausnahme. "Die Hilfe in der gestrigen Notlage war verbunden mit der dringenden Mahnung dafür, daraus gerade keine Praxis für die nächsten Tage zu machen", sagt Steinmeier zum Abschluss des Treffens der EU-Außenminister in Luxemburg.

+++ 13.59 Uhr: Flüchtlings-Kind stirbt in Schweinfurt nach Sturz aus Fenster +++

Ein zweijähriger Junge ist in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Schweinfurt aus einem Fenster im zweiten Stock gestürzt und gestorben. Nach dem Unfall vom Dienstag erlag der Junge syrischer Herkunft am Freitagabend in einer Klinik seinen Verletzungen, wie die Polizei mitteilt.

Die Ermittler gehen von einem Unfall aus: Der Zweijährige sei auf einen Stuhl und von dort aufs Fensterbrett geklettert. Dann verlor er das Gleichgewicht und fiel aus dem geöffneten Fenster in die Tiefe.

+++ 13.43 Uhr: Flüchtlings-Sonderzug endet in Saalfeld statt in Gera +++

Ein Sonderzug mit Flüchtlingen aus Ungarn wird nach neuen Angaben des Magdeburger Innenministeriums am frühen Abend im thüringischen Saalfeld erwartet. Zunächst war Gera als Zielbahnhof geplant, dies sei allerdings aus bahntechnischen Gründen nicht möglich, sagt Sachsen-Anhalts Innenstaatssekretär Ulf Gundlach.

+++ 13.31 Uhr: Sonderzug mit 500 Flüchtlingen aus Ungarn kommt nach Gera +++

Die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wollen rund 500 Flüchtlinge aus Ungarn aufnehmen. Es werde ein Sonderzug aus Österreich in Gera erwartet, sagt Sachsen-Anhalts Innenstaatssekretär Ulf Gundlach auf Anfrage und bestätigt damit Informationen des MDR. Die Flüchtlinge sollten anschließend per Bus zu Unterkünften in den drei Ländern gebracht werden.

+++ 13.16 Uhr: Bereits 6500 Flüchtlinge aus Ungarn in Österreich angekommen +++

Nach Öffnung der Grenze zu Ungarn sind bis Mittag bereits 6500 Flüchtlinge in Österreich angekommen. "Nahezu alle wollen nach Deutschland", twittert das österreichische Innenministerium. "Die Weiterreise wird ihnen ermöglicht."

+++ 13.01 Uhr: Erste Flüchtlinge auf Münchner Hauptbahnhof angekommen +++

Auf dem Hauptbahnhof in München sind die ersten Flüchtlinge angekommen, die von Ungarn über Österreich nach Deutschland gereist sind. 381 Menschen seien in verschiedenen Zügen angekommen, sagt ein Sprecher der Bundespolizei. Ein Sonderzug mit 400 bis 500 Flüchtlingen sei für 13 Uhr angekündigt, ein weiterer werde erwartet. Die Zahl der Flüchtlinge darin sei aber noch unklar.

Darüber hinaus kommen bis zum Abend zwölf reguläre Züge aus Österreich in München mit Flüchtlingen in jeweils dreistelliger Zahl an, wie der Sprecher der Bundespolizei weiter sagt. Ob noch weitere Sonderzüge geplant seien, sei bislang nicht bekannt.

+++ 11.16 Uhr: Ungarn stoppt Flüchtlingstransporte per Bus zur Grenze +++

Ungarn organisiert keine weiteren Bustransporte von Flüchtlingen an die österreichische Grenze. Das sagt Regierungssprecher Zoltan Kovacs am Grenzübergang Hegyeshalom, wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI meldet.

+++ 11.08 Uhr: SPD will 3000 zusätzliche Bundespolizisten +++

Die SPD will angesichts der Rekordzahl ankommender Flüchtlinge beim Koalitionsausschuss am Sonntag bis zu 3000 zusätzliche Stellen bei der Bundespolizei fordern. "Die Bundespolizisten arbeiten an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und bedürfen daher einer umfassenden und zügigen Unterstützung für ihre schwierige Arbeit", sagt der SPD-Innenexperte Christian Flisek der "Passauer Neuen Presse".

+++ 10.54 Uhr: Erneut 200 Flüchtlinge zu Fußmarsch nach Österreich aufgebrochen +++

Etwa 200 Flüchtlinge haben das Aufnahmelager Vamosszabadi nahe der Stadt Györ am Morgen verlassen und sind zu Fuß Richtung Österreich aufgebrochen. In dem offenen Lager 50 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt habe sich herumgesprochen, dass Österreich seit Freitagabend Flüchtlinge aufnehme.

+++ 10.44 Uhr: Über 10.000 Abschiebungen im laufenden Jahr +++

Die Zahl der Abschiebungen ist in diesem Jahr einem Bericht des "Spiegel" zufolge bereits auf über 10.000 gestiegen. Das seien etwa so viele wie im gesamten Vorjahr, berichtet das Magazin unter Berufung auf Angaben des Bundes und der Länder. Zahlreiche Bundesländer planten in den kommenden Wochen Sammelabschiebungen, insbesondere in die Balkanstaaten.

+++ 10.26 Uhr: Bis zu 10.000 Flüchtlinge aus Ungarn erwartet +++

Das Innenministerium in Wien rechnet damit, dass rund 10.000 Flüchtlinge aus Ungarn nach Österreich kommen. Rund 4000 seien bis zum Vormittag bereits über die Grenze gekommen. Das sagt ein Ministeriumssprecher der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

+++ 10.11 Uhr: Finnlands Regierungschef bietet Flüchtlingen sein Haus an +++

Der finnische Ministerpräsident Juha Sipilä stellt nach eigenen Worten sein Haus für Flüchtlinge zur Verfügung. In dem Eigenheim in Kempele im Norden des Landes könnten vom kommenden Jahr an Asylbewerber wohnen, sagt er in einem Interview des Senders YLE. Der Politiker wohnt normalerweise in der Hauptstadt Helsinki.

+++ 9.23 Uhr: Zahl der Neuankömmlinge in Österreich steigt auf 4000 +++

Inzwischen sind nach Angaben der österreichischen Polizei 4000 Flüchtlinge aus Ungarn an der Grenze eingetroffen. Die Zahl könne sich verdoppeln und weiter steigen. Ein Sonderzug mit etwa 500 Flüchtlingen wird nach Angaben der Deutschen Bahn voraussichtlich zwischen 12 und 13 Uhr in München eintreffen.

+++ 8.58 Uhr: Erster Sonderzug mit Flüchtlingen vormittags in Salzburg erwartet +++

Ein erster Sonderzug mit Flüchtlingen aus Ungarn wird am Vormittag gegen 10.30 Uhr in Salzburg direkt an der deutschen Grenze erwartet. Das sagt die Sprecherin der österreichischen Bundesbahn (ÖBB), Sonja Horner. Den Westbahnhof der Hauptstadt Wien haben die Flüchtlinge bereits erreicht.

+++ 8.19 Uhr: 2500 bis 3000 Flüchtlinge in Österreich eingetroffen +++

In Österreich sind in den vergangenen Stunden von Ungarn aus 2500 bis 3000 Flüchtlinge eingetroffen. Es kämen immer weitere Menschen an, sagt Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil am Morgen der österreichischen Nachrichtenagentur APA. 17 oder 18 Doppeldeckerbusse sollen die Menschen nach Wien und "vielleicht auch noch Richtung Deutschland" bringen.

+++ 8.06 Uhr: Lucke-Partei Alfa für Zurückweisung von Schlepperbooten +++

Die von ehemaligen AfD-Mitgliedern gegründete Partei Alfa hat ein Konzept für eine völlig neue Asylpolitik vorgelegt. In dem Papier, das der baden-württembergische Europaabgeordnete Bernd Kölmel veröffentlicht, wird die Zurückweisung von Schleuserbooten durch Marineeinheiten gefordert. Nur so könnten weitere tragische Todesfälle auf dem Mittelmeer vermieden werden, heißt es. Asylbewerber sollten ihre Anträge nur in deutschen Auslandsvertretungen oder Erstaufnahmezentren in Nordafrika stellen dürfen. Asylanträge in EU-Staaten sollten nur noch in klar definierten Ausnahmefällen möglich sein.

+++ 8.02 Uhr: Erster Sonderzug mit 400 Flüchtlingen verlässt Nickelsdorf +++

Ein erster Sonderzug mit Flüchtlingen aus Ungarn hat am Morgen den Bahnhof des österreichischen Grenzortes Nickelsdorf verlassen. Der Zug werde nach Salzburg fahren, sagt die Sprecherin der österreichischen Bundesbahn, Sonja Horner. Dort werde es eine Erstversorgung geben.

+++ 7.03 Uhr: Neonazi bewachte Flüchtlinge in Heidelberg +++

In einer Flüchtlingserstaufnahmestelle in Heidelberg hat einem Zeitungsbericht zufolge ein polizeibekannter Rechtsradikaler als Wachmann gearbeitet. Wie der "Mannheimer Morgen" unter Berufung auf die Polizei und das Regierungspräsidium Karlsruhe berichtet, war der Mann aus Kassel bei einer Überprüfung durch den Staatsschutz aufgefallen. Er hatte demnach seit Anfang September für eine private Sicherheitsfirma in der Einrichtung gearbeitet und dort Nachtdienste geleistet.

+++ 5.34 Uhr: EU-Außenminister reden über Flüchtlinge +++

Die Außenminister der Europäischen Union wollen am zweiten Tag eines Treffens in Luxemburg weiter über die Flüchtlingskrise beraten. Zu den Gesprächen werden auch Vertreter aus den westlichen Balkanstaaten erwartet. Über Länder wie Serbien versuchen derzeit Tausende Asylsuchende, in westliche EU-Staaten zu gelangen.

+++ 3.49 Uhr: Erster Bus mit Flüchtlingen an österreichischer Grenze eingetroffen +++

An der österreichischen Grenze ist der erste Bus mit aus Ungarn kommenden Flüchtlingen angekommen. Wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtet, traf der Bus am frühen Morgen am Grenzübergang Hegyeshalom-Nickelsdorf ein. In dem Bus sitzen demnach rund 50 Flüchtlinge, die sich entlang der Autobahn M1 zu Fuß auf den Weg zur Grenze gemacht hatten. Mehrere Dutzend weitere Busse, die in der Nacht den Bahnhof Budapest-Keleti verlassen hatten, sind zunächst noch unterwegs.

+++ 2.53 Uhr: Merkel warnt vor Gefahr durch neuen Rechtsterrorismus +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angesichts von Krawallen und Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte vor der Gefahr eines neuen Rechtsterrorismus in Deutschland gewarnt. "Wir müssen immer wachsam sein und natürlich auch neueste Entwicklungen aufmerksam beobachten und offensiv dagegen angehen", sagt Merkel den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Eine Schande wie die Mordserie der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) dürfe sich nicht wiederholen.

+++ 2.34 Uhr: Flüchtlingskrise wird lange anhalten +++

Die Flüchtlingskrise in Europa wird nach Ansicht des UN-Beauftragten für Menschenrechte, Ivan Šimonović, noch lange anhalten.  "Wir müssen uns auf Jahre einstellen", sagt der Kroate in New York. "Dieses Problem wird erst gelöst werden, wenn die Ursachen gelöst sind, vor allem der Konflikt in Syrien. Und ich fürchte, da können wir auf keine rasche Lösung hoffen".

+++ 0.48 Uhr: Österreich und Deutschland lassen Flüchtlinge einreisen +++

Die aus Ungarn kommenden Flüchtlinge können nach Österreich und Deutschland einreisen. Wie der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA erklärt, sei die Entscheidung mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel abgestimmt.

jen/and DPA AFP Reuters

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