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Guinea: Bootsunglück fordert 60 Leben

In der Nähe der Hauptstadt Conakry ist ein Fischerboot mit über 100 Menschen an Bord gekentert. 36 Passagiere überlebten die Katastrophe, mindestens 60 kamen ums Leben.

Bei einem Schiffsunglück vor der Küste Guineas sind Fernsehberichten zufolge mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen. Wie ein staatlicher Fernsehsender des westafrikanischen Landes berichtete, kenterte ein offenes Fischerboot mit 120 Menschen an Bord unweit der Hauptstadt Conakry. 36 Menschen hätten das Unglück überlebt. Die Polizei schickte Rettungskräfte zum Unglücksort. Bis zum Morgen seien 57 Leichen geborgen worden, berichtete ein Polizist.

Wer die Passagiere des Bootes waren, war zunächst unklar. Die Straßen Guineas sind so schlecht, dass viele Menschen in Küstenregionen Schiffe benutzen, um von einer Stadt in die andere zu kommen. In der Vergangenheit kamen bei ähnlichen Unglücken jedoch wiederholt Menschen ums Leben, die sich mit Booten auf den Weg zu den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln gemacht hatten. Guinea versinkt trotz seiner Bodenschätze in Armut. Die meisten der rund zehn Millionen Einwohner haben weniger als einen Dollar am Tag zum Überleben.

Flucht vor der Armut

Um der Armut ihrer Heimatländer zu entkommen, nehmen viele afrikanische Flüchtlinge jedes Jahr riskante und bis zu 2000 Kilometer lange Seereisen nach Europa in Kauf. Viele sind dabei in kleinen, unsicheren und oft hoffnungslos überfüllten Booten unterwegs. Spanischen Angaben zufolge starben allein im vergangenen Jahr etwa 6000 Menschen auf dem Weg zu der spanischen Inselgruppe.