HINTERGRUND Die »Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden«


Die so genannten Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden, auch Al-Aksa-Brigaden genannt, haben sich zu dem Terroranschlag von Netanja bekannt, bei dem am Samstagabend zwei Israelis, darunter ein Baby, getötet und Dutzende verletzt wurden. Auch für den Bombenanschlag auf ein Café in Jerusalem, bei dem kurz darauf elf Israelis starben, übernahmen die Al-Aksa-Brigaden neben der radikal- islamischen Hamas-Bewegung die Verantwortung.

Die Gruppe, die aus zahlreichen kleinen »Kampfeinheiten« besteht, gilt inzwischen als bewaffneter Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat. Sie war Anfangs fast ausschließlich im Westjordanland aktiv, wo sie sich zu zahlreichen Anschlägen auf jüdische Siedler und israelische Besatzungstruppen bekannte. Seit Anfang des Jahres hat die Organisation zahlreiche blutige Terroranschläge mit Dutzenden von Toten in Israel verübt.

Al-Aksa-Moschee drittwichtigstes Heiligtum des Islam

Die Al-Aksa-Brigaden traten erstmals im Juni 2001 unter diesem Namen in Erscheinung. Ihr Name soll an die schweren Unruhen am 29. September 2000 auf dem Tempelberg (arabisch: Haram el Scharif) erinnern, bei denen die israelische Polizei mindestens fünf Palästinenser tötete. Die Al-Aksa-Moschee auf diesem kleinen Plateau in der Altstadt Jerusalems gilt als drittwichtigstes Heiligtum des Islam.

In den ersten Monaten der Intifada traten kleinere Gruppen bei Anschlägen in Erscheinung, die sich unter anderem »Brigade der Rückkehr«, »Saladin-Brigaden«, oder »Märtyrer-Chaled-Akr-Brigaden« nannten. Alle Angehörigen dieser offenbar nicht streng organisierten Gruppen gelten als Mitglieder der Fatah-Organisation, die im Westjordanland von dem als Intifada-Führer bekannten Marwan Barguti angeführt wird.


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