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Irak: Entführter Bischof wieder frei

Der am Montag in Mosul verschleppte Bischof ist freigelassen worden. Unterdessen versuchen Aufständische mit neuen Anschlägen, die Bevölkerung von der Wahl abzuhalten.

Knapp 24 Stunden nach seiner Entführung ist der irakische Erzbischof Basile Georges Casmoussa wieder freien. Er sei auf dem Weg nach Hause, teilte sein Assistent Potris Moschi am Dienstag in Mossul mit. Ein Lösegeld sei nicht bezahlt worden. Die Entführer hatten nach Informationen des katholischen Nachrichtendienstes Misna umgerechnet 150.000 Euro gefordert.

Unbekannte hatten das 66 Jahre alte Oberhaupt der mit Rom verbundenen syrisch-katholischen Kirche im Irak am Montag in ihre Gewalt gebracht. Der Geistliche sei vor der Kirche in einem östlichen Stadtteil Mosuls spazieren gegangen, als mehrere Männer ihn zwangen, in ein Auto einzusteigen.

Anschlagsserie im Irak

Unterdessen setzten Gegner der Regierung und der amerikanischen Präsenz im Irak ihre Angriffe fort. Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Parteibüro in Bagdad kamen am Dienstag vier Menschen ums Leben, vier wurden verletzt. Der Täter fuhr ein mit Sprengstoff beladenes Auto vor das Büro des Obersten Rats für die Islamische Revolution im Irak (Sciri). "Die Wachleute kannten ihn nicht, und der Fahrer brachte sein Auto zur Explosion", sagte US-Oberstleutnant Kendall Penn.

Sciri ist Teil eines großen Wahlbündnisses schiitischer Parteien und Persönlichkeiten, dem bei den geplanten Wahlen am 30. Januar gute Aussichten auf einen Wahlsieg zugeschrieben werden, da die Schiiten im Irak die Bevölkerungsmehrheit stellen. Im Vorfeld der Wahlen kommt es immer wieder zu Anschlägen, mit denen Aufständische die Abstimmung verhindern wollen.

AP/DPA / AP / DPA
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