Iran Opposition trotzt allen Drohungen


Die Opposition im Iran lässt sich nicht kleinkriegen: Trotz Drohungen der Polizei sowie Todesstrafenforderungen von Hardlinern gehen die Gegner von Präsident Ahmadinedschad weiter auf die Straße. Ein Facebook-Video zeigt, dass die Polizei nicht überall Herr der Lage ist.

Nach dem Massenaufmarsch und markigen Worten der Regimetreuten ist es am Donnerstag in der iranischen Hauptstadt Teheran wieder zu Demonstrationen gegen Präsident Mahmud Ahmadinedschad gekommen. Das berichten oppositionelle Webseiten. Vor dem Grab von Ali Mussawi auf einem Friedhof versammelten sich hunderte Menschen. Der Neffe von Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi, der diese Woche bei Demonstrationen ums Leben gekommen war, wurde dort am Mittwoch beerdigt. An der Universität von Teheran kam es nach Angaben von Regimekritikern zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Die Polizei hatte den Demonstranten noch am Mittwoch mit Härte gedroht, Regime-Hardliner die Todesstrafe gefordert.

Dass die Polizei trotz markiger Worte die Lage nicht mehr überall unter Kontrolle hat, zeigt ein Video, das Oppositionelle auf ihre frei zugängliche Facebook-Seite gestellt haben. Es handelt sich ihren Angaben zufolge um eine Szene aus Sirjan, einer Stadt im Süden des Iran. Die Polizei will in dem Film zwei Verurteilte aufhängen. Demonstranten gehen dazwischen, attackieren die Polizei und holen die beiden, die wegen Waffenbesitz zum Tode verurteilt worden waren, vom Galgen. Inzwischen, so hat das Regime verlauten lassen, seien die beiden Männer dennoch hingerichtet worden.

DPA/ben DPA

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