HOME

Israel: "Vernichtende Reaktion" angekündigt

Israel hat Vergeltung für die jüngsten Raketenangriffe palästinensischer Extremisten angekündigt. Verteidigungsminister Schaul Mofas ordnete die Stationierung von Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen an.

Die Luftwaffe beschoss Waffenfabriken und -depots im Gazastreifen, nachdem von dort aus 21 selbst gebaute Raketen auf die israelische Grenzstadt Sderot abgefeuert worden waren. Mofas sagte nach einem Treffen mit seinen Sicherheitsberatern, möglicherweise werde Israel die gezielten Tötungen von Extremisten wieder aufnehmen. "Wir müssen den Palästinensern deutlich machen, dass Israel die jüngsten Ereignisse nicht ohne Reaktion hinnehmen wird", sagte der Minister. Die Reaktion müsse vernichtend sein, so Mofas.

Vier Hamas-Mitglieder bei israelischem Luftangriff getötet

Bei einem israelischen Luftangriff auf zwei Autos in Gaza-Stadt wurden vier militante Mitglieder der palästinensischen Hamas-Bewegung getötet worden. Das teilte ein Hamas-Sprecher mit. Der israelische Angriff kam nach der ersten schweren palästinensischen Raketensalve auf israelische Grenzorte seit dem israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen vor zwei Wochen. Israel schloss nicht aus, die so genannte gezielte Tötung von militanten Extremisten wieder aufzunehmen.

Bei den Raketenangriffen auf Sderot wurden fünf Israelis verletzt. Laut Angaben aus palästinensischen Krankenhäusern erlitten bei den israelischen Luftangriffen drei Menschen leichte Verletzungen. Es waren die ersten Angriffe dieser Art seit dem Abzug Israels aus dem Gazastreifen vor rund zehn Tagen. Israelischen Militärangaben zufolge galten die Luftangriffe einem Waffenlager der Hamas im Flüchtlingslager Dschebalija im nördlichen Gazastreifen sowie einer Waffenfabrik und einem weiteren Waffendepot in der Stadt Gaza.

Nach palästinensischen Angaben landete ein Geschoss in einem Feld und richtete keinen Schaden an. Ein zweites habe die Garage am Haus eines Hamas-Kämpfers getroffen, ein weiteres sei vor dem Haus eines Dschihad-Kämpfers eingeschlagen. Wenig später wurde das Zentrum von Gaza-Stadt laut Augenzeugenberichten von drei heftigen Explosion erschüttert. Rettungswagen eilten zum Ort der Detonationen. Die näheren Umstände waren zunächst nicht bekannt.

Die Augenzeugen erklärten, zum Zeitpunkt der Explosionen seien israelische Kampfflugzeuge über der Stadt gekreist. Getötet wurde laut palästinensischen Angaben niemand. Insgesamt wurden seit Freitagmittag 30 Raketen vom Gazastreifen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Der Islamische Dschihad bekannte sich zur ersten Angriffswelle und erklärte, sie sei ein Racheakt für die vorherige Tötung dreier Dschihad-Aktivisten in Tulkarem im Westjordanland. Die Hamas übernahm die Verantwortung für die späteren Raketenangriffe auf Sderot, die sie als Vergeltung für die Explosion eines Kleinlasters im Flüchtlingslager Dschebalija bezeichnete. Dabei wurden am Freitagabend im Flüchtlingslager Dschebelija mindestens 15 Palästinenser getötet und 80 verletzt.

Aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete allerdings, die Explosion sei vermutlich auf unsachgemäßen Umgang mit Sprengstoff zurückzuführen. Israel hat beim endgültigen Abzug aus dem Gazastreifen in der vergangenen Woche stets betont, man werde Angriffen aus dem Autonomiegebiet mit voller Härte begegnen. Nach den Luftschlägen vom Samstagmorgen hieß es in einer neuen Erklärung, die Streitkräfte würden auch weiterhin israelische Staatsbürger mit Entschlossenheit verteidigen. Die Hamas kündigte Vergeltung an.

AP