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Israel: Wähler stimmen unter Polizeischutz ab

Die Furcht vor Anschlägen hat den Auftakt der Wahlen in Israel bestimmt. Mit Öffnung der Wahllokale am frühen Morgen wurde die Polizei landesweit in Alarmbereitschaft versetzt. Letzten Umfragen zufolge wird mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Außenministerin Zipi Livni und Oppositionsführer Benjamin Netanjahu gerechnet.

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen haben am Dienstag in Israel die Parlamentswahlen begonnen. Die meisten Wahlstationen wurden am Morgen planmäßig geöffnet, wie israelische Medien berichteten. Rund fünf Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, an gut 9500 Wahlurnen landesweit ihre Stimme abzugeben. Mit ersten Prognosen wird direkt nach Ende der Wahl um 21 Uhr MEZ gerechnet. Die Polizei ist aus Furcht vor möglichen Anschlägen und zur Sicherung der Wahl in höchste Alarmbereitschaft.

Es sind die 18. Parlamentswahlen in der gut 60-jährigen Geschichte des Staates Israel. Zur Auswahl stehen 33 Listen. Knapp in Führung liegt nach letzten Umfragen die rechtsorientierte Likud-Partei des Oppositionsführers Benjamin Netanjahu, gefolgt von der Kadima-Partei von Außenministerin Zipi Livni. Der ultrarechte Avigdor Lieberman von der Einwandererpartei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) könnte erstmals auf den dritten Platz kommen und die Arbeitspartei von Verteidigungsminister Ehud Barak verdrängen.

Die Polizei hinderte den rechtsextremen jüdischen Aktivisten Baruch Marsel am Dienstag daran, die arabische Stadt Umm al Fahm zu betreten. Ein Polizeisprecher bestätigte, Marsel sei kurz vor der Ortschaft festgenommen worden, weil er seine eigene und die öffentliche Sicherheit gefährde.

Marsel von der ultrarechten Nationalen Union hatte darauf bestanden, in der arabischen Stadt Vorsitzender in einer örtlichen Wahlstation zu sein. Arabische Einwohner werteten dies als Provokation und betonten, sie würden Marsel notfalls mit Gewalt daran hindern, nach Umm al Fahm zu kommen.

DPA / DPA