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Israelischer Luftangriff Vier Kinder beim Spielen am Strand von Gaza getötet


Israel hat seine Angriffe auf den Gazastreifen verstärkt. Eine Gruppe spielender Kindern wurde dabei durch Granaten getötet. Am Abend kündigte die Armee eine sechsstündige Feuerpause an.

Israel hat seine Angriffe auf den Gazastreifen wie angekündigt massiv verstärkt. Am Strand der Stadt Gaza wurden durch den Beschuss der israelischen Streitkräfte vier Kinder getötet, die Fußball spielten. Weitere Kinder schleppten sich verletzt in ein nahegelegenes Hotel, das von Journalisten genutzt wird.

Das israelische Militär kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. Der Angriff werde "gewissenhaft" geprüft, erklärte die Armee am Mittwochabend. Der Vorfall sei "tragisch" und Israel habe nicht die Absicht, Zivilisten zu schaden, die von der radikalislamischen Hamas in den Konflikt mit hineingezogen würden, hieß es. Nach ersten Erkenntnissen seien "Terroristen der Hamas" das eigentliche Ziel gewesen, erklärte das Militär.

Allein der Strand von Gaza war am Nachmittag drei Mal getroffen worden. Die Angriffe kamen offenbar von der israelischen Marine. Beschossen wurden unter anderem auch Ziele in den Ortschaften Rafah und Chan Junis. Insgesamt starben durch die Angriffe heute palästinensischen Angaben zufolge mindestens 23 Palästinenser, darunter sieben Kinder. Damit wurden bei der jüngsten Offensive bereits rund 220 Palästinenser getötet und 1500 verletzt - die meisten Opfer waren unbeteiligte Zivilisten. Auf Israel wurden in der Zeit mehr als 1200 Raketen abgefeuert.

Die israelische Armee hat derweil einer UN-Initiative für eine befristete Waffenruhe im Gazastreifen zugestimmt. Die Feuerpause aus humanitären Gründen soll am Donnerstag um 10 Uhr Ortszeit (9 Uhr MESZ) beginnen und fünf Stunden dauern, wie General Yoav Mordechai der BBC sagte. Am Dienstag hatte eine von Ägypten vorgeschlagene Waffenruhe nur wenige Stunden gehalten. Lediglich Israel hatte das Feuer kurzzeitig eingestellt, nicht aber die radikal-islamische Hamas.

Zugleich verdichteten sich Anzeichen für eine baldige Bodenoffensive der israelischen Armee. Das Kabinett billigte die Einberufung von weiteren 8000 Reservisten, 42.000 waren bereits zuvor aktiviert worden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte eine Intensivierung der Angriffe gegen die Hamas angekündigt, nachdem die Waffenruhe am Dienstag von der Hamas ignoriert worden war.

awö/AFP AFP

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