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Saudischer Journalist: Erdogan: Khashoggi Opfer eines "geplanten" und "brutalen" Mordes

Welche Erkenntnisse haben türkische Behörden zum Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi? Staatspräsident Erdogan äußerte sich bei einer Rede vor der Regierungsfraktion im türkischen Parlament. Lesen Sie seine Erklärung zu dem Fall im stern-Liveblog nach.

Der saudiarabische Journalist Jamal Khashoggi ist nach Angaben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan einem "brutalen Mord" zum Opfer gefallen. Dieser sei Tage im Voraus "geplant" worden, sagte Erdogan in der Rede vor seiner Fraktion im Parlament in Ankara. Von Saudi-Arabien verlangte er Aufklärung, "wer den Befehl für das Verbrechen" gegeben habe und wo sich die Leiche Khashoggis befinde. Erdogan forderte zudem, die Verdächtigen in Istanbul vor Gericht zu stellen. In seiner Rede zeigte sich Erdogan "zuversichtlich", dass Saudi-Arabiens König Salman bei den Ermittlungen kooperieren werde. Es müssten alle bestraft werden, die bei der Tötung des saudiarabischen Journalisten "eine Rolle gespielt haben".

Fall Jamal Khashoggi: Rede von Recep Tayyip Erdogan

Ankara hatte bisher unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen direkte Schuldzuweisungen vermieden.

Der stern-Liveblog zur Rede Erdogans zum Nachlesen:

AFP / DPA

Erklärung von Recep Tayyip Erdogan zum Fall Jamal Khashoggi

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Damit ist der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bereits am Ende seiner Erklärungen. Seinen Ausführungen zufolge handelte es sich bei der Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi um eine "geplante" Tat, an der bis zu 18 Personen unmittelbar beteiligt waren. Von wem allerdings der Auftrag zur Tötung kam, sei eine der offenen Fragen. Insofern hat die Rede Erdogans wenig neue Erkenntnisse gebracht.
    In Kürze lesen Sie bei stern.de Analysen und Zusammenfassungen zu der Erklärung.
    Wir verabschieden uns an dieser Stelle und bedanken uns für die Aufmerksamkeit.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    "Ich will einen Aufruf starten. Der Aufruf richtet sich an den saudischen König und die Staatsführung Saudi-Arabiens: Die 18 Beschuldigten müssen in Istanbul angeklagt werden", fordert Erdogan. "Denn der Fall ereignete sich hier. Deswegen muss die Gerichtsverhandlung auch hier stattfinden."

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    "Ich habe keinen Zweifel daran, dass der König entschlossen ist, den Fall aufzudecken", sagt Erdogan. "Und es ist unabdingbar, dass eine unparteiische Kommission diesen Mordfall untersucht. Denn wenn es sich hier um einen politischen Mord handelt, ist es wichtig, weltweit nach Mitwissern und Mittätern zu suchen."

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    "Unser Geheimdienst hat Informationen, dass dieser Mordfall geplant war", sagt Erdogan.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Es gebe weiter viele offenen Fragen, so Erdogan, darunter: Von wem kam der Befehl? Warum hat das Konsulat nicht von Anfang an kooperiert? Wo ist die Leiche Khashoggis? Wer sind die Mitverschwörer?

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    "Diese Tat war eine geplante Tat", sagt Erdogan mit Verweis auf Hinweise der Ermittler.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Erdogan kündigt eine Ausweitung der Ermittlungen an. Khashoggi sei ein international arbeitender Journalist, somit habe die internationale Gemeinschaft das Recht, die Wahrheit über den Fall zu erfahren, sagt Erdogan, der in der Türkei selbst mit harter Hand gegen kritische Berichterstatter vorgeht.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    "Die diplomatische Immunität wird uns nicht davon abhalten können, diesen Mordfall aufzuklären", sagt Erdogan mit Blick auf, das Konsulat das sozusagen saudischen Hoheitsgebiet innerhalb der Türkei ist.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Inzwischen seien wegen des Komplotts 18 Menschen verhaftet worden, so Erdogan.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Saudi-Arabien habe anschließend zugegeben, dass Khashoggi während eines Streits gestorben sei - bislang teilt Erdogan wenig neue Erkenntnisse mit.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Am 14. Oktober habe Erdogan mit dem saudischen Herrscher Salman gesprochen. Der König habe den türkischen Behörden erlaubt, in das Konsulat in Istanbul hineinzugehen. Erdogan habe den Konsul von Istanbul außer Landes verweisen lassen.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    "Wir möchten niemanden zu Unrecht beschuldigen", sagt Erdogan. Deswegen habe man gewartet, bis die türkischen Ermittlungen abgeschlossen waren.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Erdogan kommt nun langsam zu den Untersuchungsergebnissen türkischer und internationaler Ermittlungsbehörden.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    "Es ist unser Recht dort zu ermitteln, was passiert ist", so Erdogan zu den Vorgängen im saudischen Konsulat.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Zwischen türkischen und saudischen Ermittlern habe es "dauerhaften" Kontakt gegeben, nachdem Kashoggi verschwunden war.