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Japan und China im Streit: Die nationale Ehre im Blick

Angesichts der diplomatischen Krise zwischen Japan und China wegen eines inhaftierten chinesischen Kapitäns hat Tokio vor nationalistischen Tendenzen in beiden Ländern gewarnt. Das Wichtigste sei, dass kein "kleinlicher, extremer Nationalismus in Japan, China und sonstigen Ländern entfacht wird", sagte der Sprecher der japanischen Regierung.

Japan hat im Streit mit China über einen Seezwischenfall vor einer weiteren Eskalation gewarnt. "Die Zuständigen der Regierungen sowohl in Japan als auch in China sollten aufpassen, nicht zu sehr einen engstirnigen, extremen Nationalismus zu provozieren", sagte der japanische Regierungssprecher Yoshito Sengoku am Dienstag. "Wir werden alle möglichen Kanäle nutzen, um China aufzufordern, die Angelegenheit zu lösen, ohne dass es eskaliert". Am Wochenende war es in Peking und anderen chinesischen Städten zu kleineren anti-japanischen Protesten gekommen.

Tokio sei noch nicht formell von China informiert worden, dass es Gespräche auf ministerieller Ebene eingefroren habe, sagte Sengoku. Die Regierung in Peking hatte am Vortag vor noch härteren Gegenmaßnahmen gewarnt. Der von der japanischen Seite verursachte Zwischenfall habe die Beziehungen schwer beschädigt. Zuvor hatten die japanischen Behörden die Haft für den Kapitän eines Fischerbootes verlängert, das die japanische Küstenwache am 7. September an den Inseln aufgebracht hatte. Dabei war es zu einer Kollision gekommen.

China fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung des Kapitäns, gegen den ermittelt wird. Tokio müsse Peking dazu bringen, zu verstehen, wie Japan mit seinem Rechtssystem umgehe, sagte der japanische Regierungssprecher. China und Japan beanspruchen die auf Japanisch Senkaku genannten Inseln gleichermaßen. Es geht in dem Territorialstreit auch um die Ausbeutung von Rohstoffvorkommen und die Ausdehnung der jeweiligen Wirtschaftszonen in dem Seegebiet.

AFP/DPA / DPA
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