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Kalifornien: Schwarzenegger sinkt in Wählergunst

Heute wird in Kalifornien gewählt. Der Favourit Arnold Schwarzenegger liegt zwar immer noch deutlich vor den anderen Kandidaten, ist aber in der Wählergunst gesunken.

In Kalifornien wird heute darüber entschieden, ob der amtierende Gouverneur, Gray Davis, abgesetzt wird. Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger und mehr als 130 andere Kandidaten bewerben sich im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat um das höchste Amt. Rund 15 Millionen Bürger könnten bei den in der Geschichte des Westküstenstaates einmaligen Neuwahlen abstimmen. Spricht sich die Mehrheit der Wähler für eine Absetzung des Demokraten Davis aus, wird derjenige Kandidat Nachfolger, der die meisten Stimmen auf sich vereinigt.

Favorit ist der gebürtige Österreicher Schwarzenegger. Vorwürfe der sexuellen Belästigung, die von 15 Frauen in den vergangenen Tagen gegen den "Terminator" erhoben wurden, haben der Popularität des Republikaners allerdings geschadet. Nach neuesten Umfragen nahm die Zahl der Wähler die "ganz bestimmt" gegen Davis stimmen wollten von 52 auf 44 Prozent ab. Bei seinem Wahlkampf-Endspurt in Begleitung seiner Frau, Maria Shriver, wies Schwarzenegger die Anschuldigungen als Schmutzkampagne seiner Gegner zurück. Erst nach den Wahlen wolle er sich genauer zu den Vorwürfen äußern, sagte der Schauspieler im US-Fernsehen.

Neuer Gouverneur frühestens Mitte November

Rund zwei Millionen Bürger haben ihre Stimme bis zum Dienstag bereits per Briefwahl abgegeben. Bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen könnte es Tage dauern, bis ein zuverlässiges Wahlergebnis feststeht, sagen Wahlbeobachter. Die Bezirke haben 28 Tage, um ihre Stimmenauszählung einzureichen. Danach stellt die Regierung in Sacramento das amtliche Endergebnis fest. Sollte Davis des Amtes enthoben werden, könnte der neue Gouverneur dann frühestens Mitte November die Nachfolge antreten.

Erst im vergangenen Herbst war der Demokrat Davis mit knapper Mehrheit als Gouverneur wiedergewählt worden. Republikanische Widersacher, die dem spröden Politiker die Schuld für ein Milliarden-Defizit und die Wirtschaftsflaute an der Westküste geben, riefen im Frühjahr eine Abberufungsinitiative ins Leben. Über eine Million Wähler sprachen sich für den "Recall" aus. Die letzte Abberufung eines US-Gouverneurs fand 1921 statt, als der Amtsinhaber von North Dakota, Lynn Frazier, abgewählt wurde.