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Krieg am Hindukusch Afghanische Armee beklagt so viele Tote wie nie zuvor


In den vergangen zwölf Monaten starben so viele afghanische Soldaten wie in keinem Jahr zuvor. Die meisten von ihnen starben bei Attacken aus dem Hinterhalt.

In Afghanistan sind 2012 mehr als tausend einheimische Soldaten im Einsatz getötet worden; das ist die höchste Opferzahl seit Beginn der Offensive der Taliban nach ihrem Sturz 2001. Allein in den vergangenen neun Monaten seien 906 afghanische Soldaten bei Angriffen und Kämpfen gestorben, im gesamten Jahr seien es bereits 1056, sagte ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums am Sonntag in Kabul. Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren habe sich die Zahl erhöht. Etwa drei Viertel der getöteten Soldaten seien bei Explosionen von Landminen oder Straßenbomben ums Leben gekommen.

Die afghanische Armee habe bislang die Kontrolle der Sicherheit in 75 Prozent des Landesgebiets übernommen, sagte der Sprecher. Die Armee besteht derzeit nach offiziellen Angaben aus 195.000 Soldaten. Sie verfüge mittlerweile über mehr und bessere Ausrüstung, etwa moderne Panzer, sagte der Sprecher. Er betonte aber, dass die Streitkräfte mehr Ausrüstung und vor allem einen besseren Schutz gegen Landminen benötigten. Die afghanische Armee sowie die NATO-Truppen kämpfen derzeit unter anderem mit zunehmenden "Angriffen von innen", also Angriffe afghanischer Soldaten auf internationale Truppen und westliche Ausbilder.

Die radikalislamischen Taliban waren 2001 von der Macht vertrieben worden. Seitdem führen sie einen Aufstand gegen die von den USA unterstützte Regierung. Die NATO-Truppen wollen bis Ende 2014 aus dem Land abziehen.

ono/AFP/DPA DPA

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