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Kriminalität: Kolumbianischer Drogenboss an USA ausgeliefert

Einer der berüchtigtsten kolumbianischen Drogenbosse ist an die USA ausgeliefert worden. Gilberto Rodriguez Orejuela, der einst gemeinsam mit seinem Bruder Miguel das Cali-Kartell kontrollierte, traf an Bord eines amerikanischen Regierungsflugzeugs in Miami ein.

Es handelt sich um den bislang mächtigsten Drogenboss, der von Kolumbien an die USA ausgeliefert wurde. Dort erwartet den 64-Jährigen ein Prozess wegen Handels mit Kokain sowie wegen Geldwäsche. Er soll am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Amerikanische und kolumbianische Regierungsvertreter begrüßten die Auslieferung. Der scheidende US-Justizminister John Ashcroft erklärte, Drogenhändler sollten niemals glauben, dass sie der amerikanischen Justiz entgehen könnten, selbst wenn sie sich außerhalb der USA aufhielten. Rodriguez Orejuela wurde 1995 in Cali verhaftet. Seine Auslieferung wurde möglich, da er von 1999 bis 2002 auch vom Gefängnis aus noch Drogenhandel und Geldwäsche betrieben haben soll. Das Auslieferungsabkommen zwischen Kolumbien und den USA gilt nur für Vergehen nach 1997.

Auch für Rodriguez Orejuelas Bruder Miguel haben die USA die Auslieferung beantragt. Darüber wurde in Kolumbien noch nicht entschieden. Das Cali-Kartell war in den 90er Jahren für etwa 80 Prozent des weltweiten Kokain-Handels verantwortlich. Damit verdiente es nach US-Schätzungen rund acht Milliarden Dollar im Jahr. 1994 spendete das Kartell Millionenbeträge für den Wahlkampf des damals erfolgreichen Präsidentschaftskandidaten Ernesto Samper.

AP

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