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Krise im Jemen: Rebellen stürmen Präsidentensitz

Der Konflikt im Jemen verschärft sich: Die schiitischen Huthi-Rebellen haben den Präsidentensitz gestürmt. Staatschef Abd-Rabbu Mansur Hadi soll den Palast bereits vorher verlassen haben.

Kämpfe in Sanaa: Seit mittlerweile vier Monaten haben Huthi-Rebellen Jemens Hauptstadt eingenommen

Kämpfe in Sanaa: Seit mittlerweile vier Monaten haben Huthi-Rebellen Jemens Hauptstadt eingenommen

Schiitische Aufständische im Jemen haben am Dienstag den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht. Wachen am Amtsitz von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi erklärten, sie hätten das Gelände an Mitglieder der Huthi-Miliz übergeben. Augenzeugen sprachen von einem kurzen Gefecht. Informationsministerin Nadia al-Sakkaf erklärte später über Twitter, das Wohnhaus des Präsidenten werde beschossen. Sie sprach von einem Versuch, die Regierung zu stürzen, ohne ausdrücklich zu sagen, wer dahintersteckt. Aus Regierungskreisen verlautete, Hadi sei wohlauf.

Die Huthi fordern mehr Rechte für die Schiiten im Jemen. Am Samstag war der Streit über eine neue Verfassung aufgeflammt. Am Montagabend war eigentlich ein Waffenstillstand ausgerufen worden, es kam jedoch zu erneuten Kämpfen mit mindestens neun Toten und 67 Verletzten. Zudem belagerten die schiitischen Rebellen am Abend den Sitz von Ministerpräsident Chalid Bahah. Die Regierung verlor außerdem die Kontrolle über wichtige Staatsmedien.

Die Rebellen hatten im September die Hauptstadt eingenommen und waren auch in die sunnitischen Landesteile im Zentrum und Westen des Landes vorgerückt. Der Jemen ist auch Basis der Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP), die als radikalster Flügel der Extremistenorganisation gilt. Die Gruppe hat sich auch zum Anschlag auf das französische Satireblatt "Charlie Hebdo" bekannt.

she/AFP / AFP
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