HOME

Krise in Syrien: Geisterstadt zwischen Olivenbäumen: In Asas regiert die Angst

Die syrische Luftwaffe zieht eine Blutspur durch die Provinz Aleppo. Wenn die Zivilisten Glück haben, wirft der Kampfpilot seine tödliche Fracht über menschenleeren Gebieten ab.

Fathija Naufel, 63, stehen die Tränen in den Augen. "Ich bin gestorben vor Angst", schluchzt die Großmutter. "Niemand weiß mehr, wo es sicher ist und wo die Bomben fallen." Als der Kampfpilot am Morgen über einem Feld neben ihrem Haus am Ortseingang der Kleinstadt Asas zum Tiefflug ansetzte, lag sie noch im Bett. Ihr rechter Fuß wurde von einem Glassplitter getroffen. Sie klebte einen Verband darauf und rannte zusammen mit ihrem Sohn Ahmed zum Haus eines Verwandten. Bei diesem Luftangriff kam niemand ums Leben.

"Manchmal werfen die Piloten die Bomben absichtlich über menschenleeren Gebieten ab, weil sie ihre eigenen Landsleute nicht töten wollen", sagt der Student Hamad Arruk, 21. "Erst vor wenigen Tagen hat ein Pilot rund um das Dorf Marea mehrere Bomben abgeworfen, obwohl es für ihn wahrscheinlich einfach gewesen wäre, die Gebäude zu treffen", berichtet der Revolutionsaktivist.

Die beiden Piloten, die von den Luftwaffenkommandeuren der Armee von Präsident Baschar al Assad den Befehl erhielten, das Zentrum seiner Heimatstadt Asas im Umland von Aleppo zu bombardieren, plagte offensichtlich kein schlechtes Gewissen. Sie machten am vergangenen Mittwoch acht Wohnhäuser im Stadtzentrum dem Erdboden gleich. Zwei Tage hat es gedauert, bis die letzten Todesopfer unter den Trümmern geborgen werden konnten. Die Anwohner sprechen von 80 Toten und 150 Verletzten.

Soldaten bewachen Bäckerei

Die Nachbarn der Getöteten stehen immer noch unter Schock. "Wer ist gestorben?", schreit eine alte Frau, die mit leerem Blick durch die Trümmer stapft. Sie trägt das traditionelle weiße Kopftuch der Landfrauen. "Du solltest besser fragen, wer hier überhaupt noch lebt!", gibt eine jüngere Frau zurück. Sie zieht ein verbogenes Dreirad zwischen den zerborstenen Betonwänden hervor. "Ist das etwa das Fahrzeug eines Terroristen?", ruft sie mit schriller Stimme.

Asas gleicht einer Geisterstadt. Etwa 80 Prozent der Bewohner sind in die nahegelegene Türkei geflüchtet oder in die umliegenden Dörfer. Nur eine einzige Bäckerei hat noch geöffnet. Etwa 30 Menschen stehen vor dem Gebäude an. Auch sie haben Angst. Denn erst vor wenigen Tagen wurde eine Bäckerei in der Provinzhauptstadt Aleppo bombardiert. Die dünnen Fladenbrote werden in Plastiksäcke verpackt und durch ein Gitterfenster an die Kunden ausgegeben. Das Mehl kommt aus der Türkei.

Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) passt auf, dass der Streit um die wenigen Brotfladen nicht eskaliert. Doch wegen der jüngsten Luftangriffe lassen sich die Deserteure und die Kämpfer der lokalen Bürgerwehren in Asas momentan kaum auf der Straße blicken. Eine Straßensperre am südlichen Ortseingang ist unbesetzt. Die jungen Männer, die hier normalerweise Fahrzeuge stoppen, haben sich in einen benachbarten Bauernhof zurückgezogen.

Rebellen brauchen Waffen

Die Bewohner des Bauernhofes seien schon vor vier Monaten verschwunden, sagt Jussif Aschawi, 28. "Es waren Profiteure des Verbrecherregimes. Sie haben ihre Macht ausgenutzt, um sich diese Felder hier unter den Nagel zu reißen, die eigentlich ihren Nachbarn gehörten", erklärt der Kämpfer voller Verachtung. Nervös blickt er in Richtung des drei Kilometer entfernten Militärflughafens Minich, der noch von den Regierungstruppen gehalten wird. Zwischen den Kämpfernund den Assad-Truppen gibt es nur Olivenbäume.

Aschawi ist Rechtshänder. Doch seine Maschinenpistole hält er mit der linken Hand. Sein rechter Arm wurde bei dem Gefecht um den nahe gelegenen Grenzübergang Al-Salama von Granatsplittern getroffen. Aus dem Verband, der um seinen Unterarm gewickelt ist, ragt eine mit Schrauben fixierte Schiene hervor.

"Ich kann auch mit links kämpfen, Hauptsache Assad verschwindet", sagt Aschawi. Für die Exil-Opposition, die sich in Hotels trifft, um über die politische Ordnung der Nachkriegszeit zu streiten, haben er und seine Mitstreiter nur Hohn und Spott übrig. "Diese Leute wollen sich Posten sichern, aber das können sie vergessen", sagt ein Kommandeur aus dem benachbarten Dorf Marea.

Das Gleiche gelte für die arabischen Golfstaaten, die ihnen moderne Waffen versprochen haben. "Wenn wir diese Waffen hätten, dann würden wie sie doch auch einsetzen gegen die Kampfflugzeuge, anstatt hier mit diesen lächerlichen russischen Dingern herumzufuchteln", sagt Aschawi und schwenkt seine Kalaschnikow. Die Libyer hätten immerhin versucht, Waffen zu schicken, sagt der Kommandeur: "Zwei Schiffe mit Waffen haben die libyschen Revolutionäre uns geschickt, doch die Türken haben uns nicht erlaubt, die Schiffe zu entladen."

Anne-Beatrice Clasmann/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(