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Kubas Staatschef: Castro liest Chavez vor

Kubas erkrankter Staatschef Fidel Castro hat sich erstmals seit drei Monaten wieder im Fernsehen gezeigt. Bei einem Treffen mit dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez las Castro Zeitungsschlagzeilen vor und kommentierte den "Klimawechsel".

Das kubanische Fernsehen hat am Dienstagabend erstmals seit drei Monaten wieder aktuelle Aufnahmen vom schwer kranken Staatsoberhaupt Fidel Castro ausgestrahlt. Die Bilder zeigen den 80 Jahre alten Castro im Gespräch mit dem venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chàvez. Die beiden engen politischen Freunde seien bereits am Montag in der kubanischen Hauptstadt zusammengekommen, hieß es.

Es sind die ersten aktuellen Videoaufnahmen von Castro seit dem 28. Oktober vergangenen Jahres. In Kuba wird der Gesundheitszustand des 80-Jährigen als "Staatsgeheimnis" behandelt. Wegen seiner Magenerkrankung hatte Castro nach 47 Jahren die Regierungsgeschäfte am 31. Juli 2006 seinem jüngeren Bruder Raúl übertragen.

"Wie ich immer sagte, das ist bei weitem kein verlorener Kampf", sagt der Linksnationalist Chàvez zu Castro. Der Kubaner liest seinerseits einige Zeitungsschlagzeilen vor und kommentiert den "Klimawechsel" und die Probleme, die sich daraus für die Menschheit ergeben würden. Der kubanische "Revolutionsführer" macht auf den Bildern einen relativ guten Eindruck. Trotz langsamen Ganges sieht Castro kräftiger aus als noch vor drei Monaten.

Chàvez traf sich den amtlichen Angaben zufolge in Havanna außerdem zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage mit Kubas Vizepräsident Carlos Lage. In Caracas hatte Lage vergangene Woche mit Chàvez zahlreiche Kooperationsabkommen unterzeichnet. Dabei hatte er versichert, Castro werde noch lange leben. Zudem werde in Kuba "der Sozialismus für immer und ewig bestehen". Chàvez, behandelnde Ärzte und die kubanischen Behörden hatten mehrfach Berichte unter anderem aus den USA bestritten, wonach Castro an Krebs leide und sein Tod nahe sei.

DPA / DPA
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