Larry Craig US-Senator tritt nach Sex-Affäre zurück


Jahrzentelang kämpfte er gegen Schwulenrechte. Dann wurde der republikanische Senator Larry Craig wegen "unzüchtigen Verhaltens" auf einer Herrentoilette festgenommen. Nun legte Politiker sein Mandat wieder - und will nun um seinen guten Ruf kämpfen.

Nach seiner Festnahme wegen "unzüchtigen Verhaltens" auf einer Herrentoilette legt der konservative US-Senator Larry Craig sein Mandat nieder. "Ich entschuldige mich für das, was ich ausgelöst habe", sagte der Politiker aus Idaho am Samstag an der Seite seiner Frau auf einer Pressekonferenz. Seine Republikanische Partei hatte den 62-Jährigen zu diesem Schritt gedrängt, weil sie ihn zunehmend als Belastung im Präsidentschaftswahlkampf empfand.

Auf der Toilette festgenommen

Craig war im Juni in einer Toilette des Flughafens Minneapolis, die als Treffpunkt von Homosexuellen gilt, von einem verdeckt ermittelnden Beamten der Sittenpolizei festgenommen worden. Der Senator akzeptierte die Vorwürfe und zahlte laut Gerichtsdokumenten eine Strafe von 775 Dollar. Eine Zeitung machte den Fall Anfang der Woche öffentlich. Craig beteuerte, er sei nicht homosexuell und sträubte sich zunächst gegen einen Rücktritt. Der Senator vertritt den US-Staat Idaho seit mehr als einem Vierteljahrhundert im Kongress. Dort setzte er sich gegen eine Eheschließung von Homosexuellen und gegen einen besonderen Schutz für schwule und lesbische Verbrechensopfer ein. Bereits in den 80er Jahren war der Politiker wegen seiner sexuellen Orientierung ins Gerede gekommen.

Am Samstag kündigte er an, er wolle mit rechtlichen Schritten um seinen guten Ruf kämpfen. Doch würde ihn dies zu sehr von seinen Pflichten als Senator ablenken. Deshalb lege er sein Mandat zum 30. September nieder. Das Weiße Haus begrüßte die Entscheidung. Präsident George W. Bush rief seinen Parteifreund nach dessen Rücktritt am Samstag an, wie ein Sprecher mitteilte. Auch der Fraktionschef der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, sprach von einer "schwierigen, aber richtigen Entscheidung". McConnell war in der vergangenen Woche einer der schärfsten Kritiker Craigs, dessen Verhalten er als unverzeihlich bezeichnete.

Schwulen-Aktivist Matt Foreman von der National Gay and Lesbian Task Force warf Craig Heuchelei vor und sagte: "Was ist los mit gewählten Offiziellen wie Senator Craig? Sie treten für sogenannte Familienwerte ein und bekämpfen einen grundlegenden Schutz für Schwule, während sie bei anderen Männern heimlich Sex suchen."

John Miller/AP


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