Nach der Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro gibt es Kritik an Donald Trump. Der liebäugelt bereits mit den nächsten Militäreinsätzen. Die Ereignisse im Liveticker.
Die USA haben Venezuela militärisch angegriffen und den Machthaber des Landes Nicolás Maduro sowie dessen Ehefrau festgenommen und außer Landes gebracht. Maduro wurde in einer New Yorker Haftanstalt vorgeführt. Die USA werfen ihm und seinem Regime vor, den Drogenhandel in die USA zu unterstützen und wollen ihn vor ein US-Gericht stellen.
Die internationalen Reaktionen auf die US-Militäraktion reichen von Zustimmung bis zu Vorwürfen, das Völkerrecht gebrochen zu haben. In Venezuela übernimmt vorerst die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Führung. Wie es in dem Land weitergeht, ist unklar.
Lesen Sie alle Entwicklungen im Liveblog:
Wichtige Updates
Anna Aridzanjan

Eine zentrale Frage steht seit dem 3. Januar wie ein dicker Elefant im Raum: Hat Trump mit seinem Militärschlag gegen Venezuela und der Entmachtung Maduros eigentlich das Völkerrecht gebrochen? Und falls ja, was sind die Konsequenzen? Lesen Sie hier den Faktencheck:
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Christine Leitner
Der Iran gilt als enger Verbündeter Venezuelas und als solcher ist es wenig überraschend, dass das Land die Freilassung von Nicolás Maduro fordert. "Der Präsident eines Landes und seine Ehefrau sind entführt worden. Es gibt keinen Grund, stolz zu sein, das ist ein illegaler Akt", sagt der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, in Teheran. "Wie die venezolanische Bevölkerung betont hat, muss ihr Präsident freigelassen werden", fügt er hinzu.
Die Beziehungen des Iran zu Venezuela blieben unverändert, sagt der iranische Ministeriumssprecher weiter. "Unsere Beziehungen zu allen Ländern, einschließlich Venezuela, basieren auf gegenseitigem Respekt und so wird es bleiben." Die Regierung in Teheran stehe in Kontakt mit den venezolanischen Behörden.
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Anna Aridzanjan

Wie sehen eigentlich internationale Medien Trumps Vorgehen gegen Venezuela? Hier finden Sie einen Überblick:
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Anna Aridzanjan

Und auch Grönlands Regierungschef Jens Frederik Nielsen hat auf Trumps Ansprüche auf seine Insel mit scharfen Worten reagiert:
"Das reicht jetzt", erklärte Nielsen in der Nacht zum Montag im Onlinedienst Facebook. "Kein weiterer Druck. Keine weiteren Andeutungen. Keine weiteren Annexions-Fantasien. Wir sind offen für Dialog. Wir sind offen für Diskussionen", schrieb der grönländische Regierungschef. Dies müsse aber "über die angemessenen Kanäle und unter Achtung des Völkerrechts geschehen", betonte er.
"Das reicht jetzt", erklärte Nielsen in der Nacht zum Montag im Onlinedienst Facebook. "Kein weiterer Druck. Keine weiteren Andeutungen. Keine weiteren Annexions-Fantasien. Wir sind offen für Dialog. Wir sind offen für Diskussionen", schrieb der grönländische Regierungschef. Dies müsse aber "über die angemessenen Kanäle und unter Achtung des Völkerrechts geschehen", betonte er.
Trump hatte zuvor mit neuen Äußerungen den Anspruch seines Landes bekräftigt und die Angst vor einer möglichen Annexion Grönlands durch die USA befeuert: "Wir werden uns in rund zwei Monaten um Grönland kümmern".
Grönlands Regierungschef Jens Frederik Nielsen. dpa
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Anna Aridzanjan

Trump hatte Kolumbien ebenfalls mit einem Militäreinsatz gedroht – und dessen Präsident Gustavo Petro antwortet ihm jetzt mit einer Großkatzen-Metapher:
Die Äußerungen seien eine "illegitime Drohung", er werde sie genau prüfen, schrieb Petro auf X. Sollte gegen ihn selbst vorgegangen werden, warnte Petro vor schweren Folgen. "Sollten Sie den Präsidenten festnehmen, den ein Großteil meines Volkes schätzt und respektiert, werden Sie den Volksjaguar entfesseln."
Wir erinnern uns: Trump hatte Kolumbien zuvor scharf attackiert und gesagt, das Land werde von einem "kranken Mann" regiert, der es liebe, "Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen". Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, sagte Trump: "Das klingt für mich gut."
Die Äußerungen seien eine "illegitime Drohung", er werde sie genau prüfen, schrieb Petro auf X. Sollte gegen ihn selbst vorgegangen werden, warnte Petro vor schweren Folgen. "Sollten Sie den Präsidenten festnehmen, den ein Großteil meines Volkes schätzt und respektiert, werden Sie den Volksjaguar entfesseln."
Wir erinnern uns: Trump hatte Kolumbien zuvor scharf attackiert und gesagt, das Land werde von einem "kranken Mann" regiert, der es liebe, "Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen". Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, sagte Trump: "Das klingt für mich gut."
Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro. dpa
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Christine Leitner
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Christine Leitner
US-Angriffe in Venezuela am 3. Januar 2026. DPA; USA Today; stern Grafik
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Christine Leitner
Deutschland reagiert eher verhalten auf den US-Angriff in Venezuela – auch wenn das nicht alle gutheißen. Kanzler Friedrich Merz wollte die Ereignisse am Samstag rechtlich noch nicht bewerten. Der Außenminister springt ihm bei, von anderen gibt es dagegen Kritik. EIn Überblick über die politischen Haltungen in Deutschland:
- "Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex. Dazu nehmen wir uns Zeit", sagt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Grundsätzlich müssten im Umgang zwischen Staaten die Prinzipien des Völkerrechts gelten.
- Außenminister Johann Wadephul (CDU) verteidigt den Kanzler und meint: "Es gibt in der Tat verschiedene Aspekte, die wir zu berücksichtigen haben und insofern hat der Bundeskanzler vollkommen recht. Es ist außerordentlich komplex." Maduro habe ein Unrechtsregime angeführt, dennoch müssten die USA die internationale Rechtsgrundlage beachten.
- Mehrere CDU-Politiker warnen vor einem Streit mit US-Präsident Donald Trump.
- Grünen-Chefin Franziska Brantner fordert ein entschlosseneres Auftreten gegenüber den USA und Trump. "Trump reagiere ausschließlich auf Entschlossenheit. Europa muss diese Entschlossenheit nun unter Beweis stellen."
- Die Linke hat eine rasche Sondersitzung des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag für "eine Unterrichtung der Bundesregierung, insbesondere zur völkerrechtlichen Bewertung der US-Maßnahmen sowie zu den diplomatischen Schritten Deutschlands auf europäischer und internationaler Ebene" beantragt. Die militärischen Ereignisse in Venezuela gäben Anlass zu erheblicher Besorgnis, heißt es in einem Brief der Parlamentarischen Geschäftsführerin Ina Latendorf an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU). Linken-Chef Jan van Aken hatte schon mit harter Kritik auf die US-Aktion reagiert und von «brutalem Staatsterrorismus» gesprochen.
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Christine Leitner
Weltweit protestieren Menschen gegen den US-Angriff auf Venezuela. Ein paar Eindrücke in Bildern:
Donald Trump im Militäranzug und mit Gewehrattrappe in der Hand: In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul halten die Menschen offenbar wenig von dem US-Angriff auf Venezuela. Lee Jin-man / AP / DPA
Auch in Manila auf den Philippinen sind die Menschen entsetzt. Vor der US-Botschaft verbrannten Demonstranten sogar die US-amerikanische Flagge. Aaron Favila / AP / DPA
"Kein Krieg mit Venezuela", steht auf dem Plakat, das eine Demonstrantin in dem US-Bundesstaat Texas bei einer Kundgebung mit sich trägt. Elizabeth Conley / Houston Chronicle / DPA
"Hände weg von Venezuela", skandieren Demonstranten bei einem Protestzug im verschneiten Hamburg. Bodo Marks / DPA
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Christine Leitner
Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez geht auf die USA zu und wie reagiert Trump? Gewohnt harsch. Unter Verweis auf die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro sagt der US-Präsident, Rodríguez könne eine noch "schlimmere Situation" drohen. Zuvor hatte Trump der Zeitschrift "The Atlantic" über Rodríguez gesagt:
„Wenn sie nicht das Richtige tut, wird sie einen sehr hohen Preis zahlen, wahrscheinlich höher als Maduro.“US-Präsident Donald Trump
Die genaue Frage zu der Antwort veröffentlichte das Medium nicht – auch nicht, ob Trump sich dazu geäußert hatte, was er genau mit "richtig" meinte. Trump führte seine Drohung auch während der Pressekonferenz im Flugzeug am Sonntagabend (Ortszeit) nicht näher aus.
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Christine Leitner
Liebe Leserinnen und Leser, es ist 6.30 Uhr und viele von Ihnen werden wahrscheinlich langsam aus ihren Betten steigen, frühstücken und zur Arbeit fahren. Damit Sie bei Müsli und/oder Brötchen nicht den ganzen Blog nachlesen müssen (wir freuen uns natürlich, wenn Sie es trotzdem tun), gibt es an dieser Stelle einen kurzen Überblick über die jüngsten Ereignisse aus der Nacht und die aktuelle Lage:
- Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wird heute Abend deutscher Zeit einem Gericht in New York vorgeführt. Vorher will der UN-Sicherheitsrat tagen.
- Die USA haben nach Trumps Angaben die Führung in Venezuela übernommen.
- Die neu ernannte Interimspräsidentin in Venezuela zeigt sich gesprächsbereit mit den USA.
- Donald Trump droht Kolumbien und liebäugelt mit einer Militäroperation in dem Land.
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Christine Leitner
Für viele von uns ist Venezuela zwar weit weg, aber was sich in dem Land gerade abspielt, könnte auch Folgen für uns in Europa haben. Mein Kollege Steffen Gassel hat dazu mit dem Historiker Peter Frankopan gesprochen. Er sagt: "Es geht dieser US-Regierung um viel mehr als um Lateinamerika oder die westliche Hemisphäre." Europa sei neben China und anderen ein Konkurrent, gegen den sich das Land behaupten wolle. Was das genau bedeutet, erfahren Sie in diesem lesenswerten Interview:
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Christine Leitner
Die neue venezolanische Regierung unter der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez zeigt sich unterdessen bereit für Gespräche mit den USA. Das verkündete die sie in einer Mitteilung im Netzwerk Instagram:
„Wir laden die Regierung der Vereinigten Staaten ein, gemeinsam an einer Agenda der Kooperation zu arbeiten, die auf gemeinsame Entwicklung ausgerichtet ist und im Rahmen des Völkerrechts ein dauerhaftes Zusammenleben in der Gemeinschaft stärkt.“Mitteilung Delcy Rodríguez
Rodríguez hatte ich unmittelbar nach dem US-Angriff zunächst unbeugsam gezeigt. "Unsere Völker und unsere Region verdienen Frieden und Dialog, keinen Krieg", schreibt sie nun an US-Präsident Donald Trump gerichtet. "Das war schon immer die Haltung von Präsident Nicolás Maduro und ist derzeit die Haltung ganz Venezuelas." Sie fordert eine von Respekt geprägte Beziehung zwischen den USA und Venezuela, die auf souveräner Gleichheit und Nichteinmischung basiert.
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Christine Leitner
Donald Trump droht Kolumbien
Noch einmal zurück zu Trumps Drohung Richtung Kolumbien: An Bord seiner Air Force One hatte der US-Präsident gesagt, das Land werde "sehr krank" von einem "kranken Mann" regiert. Ohne Details zu nennen, behauptete Trump allerdings, dass dies nicht mehr lange andauern würde. Wie ist diese Aussage nun zu bewerten?
Donald Trump macht keinen Hehl daraus, wie weniger von Kolumbiens Staatschef Gustavo Petro hält. Diesen hatte er immer wieder kritisiert. Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, sagte Trump: "Das klingt für mich gut."
Donald Trump macht keinen Hehl daraus, wie weniger von Kolumbiens Staatschef Gustavo Petro hält. Diesen hatte er immer wieder kritisiert. Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, sagte Trump: "Das klingt für mich gut."
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