Mailand Italien erlässt Haftbefehl gegen 22 CIA-Agenten


Rund drei Jahre nach einer Entführung verstärkt die italienische Justiz die Suche nach den Schuldigen. Dazu hat die Mailänder Staatsanwaltschaft jetzt europäische Haftbefehle gegen 22 CIA-Agenten ausgestellt.

Fast drei Jahre nach einer Entführung in Mailand durch den US-Geheimdienst CIA verstärkt die italienische Justiz die Suche nach den Schuldigen. Die Mailänder Staatsanwaltschaft stellte europäische Haftbefehle gegen 22 CIA-Agenten aus, die an der Verschleppung eines ägyptischen Terrorverdächtigen im Februar 2003 beteiligt gewesen sein sollen. Mit diesen europäischen Haftbefehlen könnte weltweit gegen die Verdächtigen ermittelt werden, berichtete das staatliche italienische Fernsehen.

Gestörte Beziehungen zu den USA

Die Verschleppung des islamischen Geistlichen Abu Omar aus Mailand nach Ägypten macht in Italien seit längerem Schlagzeilen und belastet die Beziehungen zu den USA. Die Mailänder Justiz hatte erst kürzlich vergeblich von Washington die Auslieferung der 22 Gemeindienstler verlangt. Laut italienischen Medienberichten wurde der Verschleppte in einem ägyptischen Gefängnis schwer gefoltert.

In den USA verlautet inoffiziell, der italienische Geheimdienst sei vor der Aktion informiert worden. Die italienische Seite bestreitet dies kategorisch. Auch die Staatsanwaltschaft im rheinland-pfälzischen Ramstein ermittelt in dem Fall, weil der CIA-Gefangenflug seinerzeit in Ramstein Zwischenstopp gemacht haben soll.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker