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Nach dem Untergang der "Cheonan": Nordkorea betrachtet Situation als "Kriegsphase"

Im Konflikt um den Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes hat Nordkorea seine Kriegsdrohungen fortgesetzt. Ab sofort werde Nordkorea "die derzeitige Situation als Kriegsphase betrachten", hieß es am Freitag in einer Erklärung des Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung Koreas - eine Organisation der herrschenden kommunistischen Arbeiterpartei.

Im Konflikt um den Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes hat Nordkorea seine Kriegsdrohungen fortgesetzt. Ab sofort werde Nordkorea "die derzeitige Situation als Kriegsphase betrachten", hieß es am Freitag in einer Erklärung des Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung Koreas - eine Organisation der herrschenden kommunistischen Arbeiterpartei. Dementsprechend wolle Nordkorea alle Fragen bezüglich der Beziehungen zu Südkorea entschlossen behandeln. Erneut bestritt Nordkorea, die südkoreanische Korvette "Cheonan" vor acht Wochen nahe der innerkoreanischen Seegrenze im Gelben Meer versenkt zu haben.

Falls Südkorea Vergeltung üben wolle, werde Nordkorea die Beziehungen komplett einfrieren und den Nichtangriffspakt beider Länder annullieren, wurde das Komitee von den Staatsmedien zitiert. Schon am Vortag hatte das Regime in Pjöngjang für den Fall von Vergeltungsaktionen mit "harten Maßnahmen bis zum totalen Krieg" gedroht. Nordkorea hatte bereits vor knapp anderthalb Jahren angesichts zunehmender Spannungen alle bilateralen Abkommen über politische Aussöhnung und militärische Entspannung für aufgekündigt erklärt.

Nach Angaben der Regierung in Seoul ist der Untergang der "Cheonan" im März eindeutig auf einen Torpedoangriff durch Nordkorea zurückzuführen. Seoul stützt sich dabei auf entsprechende Untersuchungsergebnisse, die ein internationales Ermittlungsteam am Donnerstag in Seoul vorgelegt hatte. Südkoreas Präsident Lee Myung Bak warf Nordkorea "militärische Provokation" vor und kündigte harte Gegenmaßnahmen an. Auch der Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Crowley, kündigte in Washington Konsequenzen für Nordkoreas "ernste Provokation" an.

DPA / DPA