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Nach Ermordung von James Foley: IS fordert Lösegeld für weitere US-Geisel

Unmittelbar nach der Enthauptung von James Foley ist eine neue Lösegeldforderung der IS-Miliz publik geworden. Die Terrorgruppe fordert 6,6 Millionen Dollar für eine 26-jährige US-Amerikanerin.

Ein Mitglied der Terrormiliz schwenkt eine Flagge der IS, die sich damals noch ISIL nannte (Archivbild)

Ein Mitglied der Terrormiliz schwenkt eine Flagge der IS, die sich damals noch ISIL nannte (Archivbild)

Der Schock und die Trauer über die Ermordung des US-Journalisten James Foley durch die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) sind noch nicht überwunden, da werden neue Forderungen der Terrormiliz publik. Informationen des amerikanischen Fernsehsenders ABC zufolge betreffen diese eine Amerikanerin, für die 6,6 Millionen Dollar Lösegeld gefordert werden.

Die 26-Jährige soll bei einem humanitären Einsatz in Syrien unterwegs gewesen sein, als sie Anfang August 2013 gefangen genommen wurde, berichteten die TV-Sender NBC und ABC am Dienstag. Die Sender berufen sich auf einen Vertreter der Familie, die den Namen der Geisel zu deren Schutz nicht veröffentlichen will. Die Extremisten forderten die USA demnach auch zur Freilassung der pakistanischen Neurowissenschaftlerin Aafia Siddiqui auf, die 2010 wegen des Angriffs auf US-Soldaten in Afghanistan zu 86 Jahren Haft verurteilt worden war.

Keine Verbindung zu "solchen Gruppen"

Als die Forderungen der IS bekannt wurden, meldete sich Siddiquis Familie zu Wort. Schriftlich betonten sie, dass die Familienangehörigen keine Verbindungen zu "solchen Gruppen oder Taten" hätten. Zwar wünschten auch sie sich die Freiheit für Siddiqui, könnten jedoch nicht akzeptieren, dass dafür jemand anderes leiden müsse. Von der US-Regierung ist bekannt, dass sie auf Lösegeldforderungen nicht eingeht.

Die 26-Jährige soll eine von mindestens vier Amerikanern sein, die derzeit noch in Syrien und im Irak festgehalten werden. Die Islamisten drohen unverhohlen mit neuen Morden an Amerikanern - etwa dem Journalisten Steven Sotloff, der seit 2013 in Syrien vermisst wird. Ein Video der Enthauptung des 40-jährigen US-Journalisten James Foley hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Der Reporter Peter Theo Curtis war zuletzt nach fast zwei Jahren Geiselhaft freigelassen worden.

kup/stb/DPA / DPA