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James Foley: USA bestätigen Echtheit von Enthauptungs-Video

Die letzten Zweifel sind ausgeräumt: Experten des Weißen Hauses in Washington sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Video, das die Hinrichtung des US-Journalisten James Foley zeigt, authentisch ist.

Das Weiße Haus in Washington hat die Echtheit des Videos bestätigt, das die Hinrichtung des US-Journalisten James Foley durch Dschihadisten zeigt. Die Geheimdienste hätten das Video untersucht, in dem Foley und sein Kollege Steven Sotloff zu sehen sind, und seien zu dem Schluss gekommen, dass die Aufnahmen authentisch seien, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayden. Wie das Weiße Haus ferner mitteilte, will sich US-Präsident Barack Obama um 12.45 Uhr (18.45 Uhr MESZ) äußern.

Zuvor hatte die Website "GlobalPost", für die James Foley unter anderem gearbeitet hatte, berichtet, dass die US-Bundespolizei FBI das Video für authentisch halte und die Familie darüber informiert habe.

"Kein Platz im 21. Jahrhundert"

US-Präsident Barack Obama verurteilte die Ermordung Foleys auf das Schärfste. Die ganze Welt sei "entsetzt" über das Verbrechen, sagte er am Mittwoch in seinem Urlaubsort Edgartown im US-Bundesstaat Massachusetts auf der Insel Martha's Vineyard. Eine Gruppe wie der Islamische Staat habe "keinen Platz im 21. Jahrhundert", fügte Obama hinzu.

Zugleich forderte der US-Präsident eine "gemeinsame Anstrengung" gegen "diesen Krebs", damit er sich nicht weiter ausbreite. Er habe mit den Eltern Foleys gesprochen und ihnen gesagt, "dass wir alle untröstlich sind", fügte Obama hinzu. Er lud für Ende September zu einem Terrorismus-Gipfel nach New York. Auch UN-Generalsekretär sprach Foleys Angehörigen, Freunden und Kollegen sein Beileid aus. Ban nannte die Hinrichtung des US-Journalisten ein "abscheuliches Verbrechen".

Derweil teilte das Pentagon mit, dass die US-Luftwaffe neue Attacken auf Stellungen der Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) im Irak geflogen habe. IS hatte zuvor das Video veröffentlicht, in dem die Enthauptung von Foley als Reaktion auf die US-Luftangriffe gezeigt wird.

Der 40-jährige Foley, der auch für die Nachrichtenagentur AFP gearbeitet hatte, war im November 2012 im Nordwesten Syriens von Bewaffneten verschleppt worden. In dem Video drohten die Islamisten auch mit der Ermordung Sotloffs, der im August 2013 entführt worden war, sollten die USA ihre Angriffe fortsetzen.

kis/dho/AFP/DPA / DPA