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Entführungen, Morde, Einschüchterungen: Journalisten lebten 2014 sehr gefährlich

Die traurigste Zahl im Jahresbericht zur Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen ist die 66. So viele Journalisten wurden im letzten Jahr wegen ihrer Tätigkeit getötet. Es gab 119 Entführungen.

Reporter ohne Grenzen wurde 1985 in Montpellier gegründet. Der Hauptsitz ist heute in Paris.

Reporter ohne Grenzen wurde 1985 in Montpellier gegründet. Der Hauptsitz ist heute in Paris.

Die Angriffe auf Journalisten haben laut einem Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen an Brutalität zugenommen. Zudem sei im vergangenen Jahr die Zahl der Entführungen von Reportern gestiegen, schrieb die Organisation in ihrem am Dienstag vorgelegten Jahresbericht. "Selten wurden Reporter mit einem derart barbarischen Sinn für Propaganda ermordet - zum Schrecken der ganzen Welt." Besonders die Ermordung von James Foley und Steven Sotloff vor laufender Kamera durch die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) verdeutliche die Gefahren für Journalisten in Konfliktgebieten.

Laut dem Bericht der Organisation, die sich für die Freiheit der Presse in der Welt einsetzt, wurden im vergangenen Jahr weltweit 66 Journalisten getötet - fünf weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Entführungen sei dagegen um 37 Prozent auf 119 Fälle angestiegen, vor allem in der Ukraine, in Libyen und in Syrien. Demnach gab es in der Ukraine 33 Entführungen, in Libyen 29 und in Syrien 27. 40 Journalisten sind den Angaben zufolge weiter in der Gewalt ihrer Entführer.

Der Bericht unterstrich, dass neun von zehn Opfern ortsansässige Journalisten sind. "Von den 22 Journalisten, die derzeit in Syrien von bewaffneten Gruppen festgehalten werden, sind 16 Syrer. Alle acht Journalisten, die derzeit im Irak als Geiseln gehalten werden, sind Iraker", erklärten die Reporter ohne Grenzen. Weltweit waren demnach am 8. Dezember 178 Journalisten in Haft - dieselbe Zahl wie im Jahr zuvor. Mit 33 inhaftierten Reportern führt China die Statistik an, gefolgt von Eritrea (29) und dem Iran (19).

Die Reporter ohne Grenzen hoben den Fall der 70-jährigen Chinesin Gao Yu hervor, die Ende April festgenommen wurde, weil sie angeblich ein internes Dokument der Kommunistischen Partei an eine ausländische Nachrichtenseite weitergab. Sie verwiesen auch auf den Fall des saudiarabischen Bloggers Raef Badawi, der wegen "Beleidigung des Islam" zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt wurde. Er wurde mit dem diesjährigen Press Freedom Prize der Reporter ohne Grenzen ausgezeichnet.

ono/AFP / AFP