Nach Flugzeug-Attentat USA bereiten Militärschläge im Jemen vor


Als Antwort auf den Attentatsversuch von Detroit wappnen sich die USA für Militärschläge gegen al Kaida im Jemen. Bei den Vergeltungsmaßnahmen gibt es offenbar einen ersten Erfolg.

Im Fall des gescheiterten Anschlags auf ein Flugzeug in Detroit führt die Spur in den Jemen. Offenbar bereiten die USA jetzt Militärschläge gegen al-Kaida-Stellungen in dem Wüstenstaat vor. Das meldete der US-Sender CNN am Mittwoch. US-Militärs seien bereits dabei, Ziele für Luftangriffe auszukundschaften, berichtete CNN unter Berufung auf Regierungsbeamte.

Vorbereitung für möglichen Obama-Marschbefehl

Der TV-Sender sprach von möglichen "Vergeltungsschlägen" der USA im Jemen. Die Ausspähung der Ziele geschehe bereits seit längerer Zeit, sei jetzt aber in Zusammenarbeit mit jemenitischen Behörden verstärkt worden, hieß es unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte Regierungsbeamte. Einzelheiten über die möglichen Luftangriffe wurden nicht genannt. Es hieß, die Militärs wollten vorbereitet sein und Optionen vorlegen können, falls Obama den Befehl für einen Angriff erteilen sollte.

Am Mittwoch meldeten Sicherheitskräfte bereits einen ersten Erfolg: In der westlichen Provinz Hudajdah sei ein mutmaßliches Versteck von al-Kaida-Kämpfern gestürmt worden. Dabei sei es zu Gefechten gekommen, hieß es in einer Mitteilung der Regierung in Sanaa. Mindestens ein mutmaßliches Mitglied der Terrororganisation wurde den Angaben zufolge gefangen genommen.

Obama kritisiert Geheimdienst

Die regionale al-Kaida-Organisation im Jemen hatte sich zu dem gescheiterten Attentat von Detroit bekannt und mit weiteren Terrorakten gedroht. "Ihr werdet bekommen, was ihr fürchtet", hieß es in einer Internet-Botschaft, die amerikanische Anti-Terror-Ermittler für glaubwürdig halten. Auch das Weiße Haus geht inzwischen immer mehr von einer "gewissen Verbindung" zu al Kaida aus, berichtete die "Washington Post". Man sei "zunehmend sicher", dass die Terrororganisation den 23-jährigen Nigerianer mit dem Sprengstoff ausgerüstet habe.

Obamas Kritik am US-Geheimdienst und Sicherheitsbehörden fiel ungewöhnlich scharf aus. Der Attentäter hätte niemals ein US-Flugzeug besteigen dürfen, sagte er am Dienstag (Ortszeit) in seinem Urlaubsort auf Hawaii. Es seien Warnungen übersehen worden. Obama sprach von "potenziell katastrophalen" Mängeln im Sicherheitssystem und forderte personelle Konsequenzen.

DPA/APD DPA

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