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Nahost-Krise: Israel beginnt Bodenoffensive im Gazastreifen

Nach Angaben der israelischen Regierung hat man sich mit der Hamas auf eine Waffenruhe geeinigt - doch die dementiert. Schon eine geplante Feuerpause am Donnerstag wurde angeblich nicht eingehalten.

Schwere Explosion in Gaza City: Israel greift nach eigenen Angaben im gesamten Gazastreifen Extremisten an.

Schwere Explosion in Gaza City: Israel greift nach eigenen Angaben im gesamten Gazastreifen Extremisten an.

Nach einer nur kurzzeitigen Feuerpause mit den Palästinensern hat die israelische Armee am Donnerstagabend eine Bodenoffensive im Gazastreifen gestartet. "Nach zehn Tagen mit Angriffen der Hamas aus der Luft, vom Meer und am Boden sowie wiederholten Weigerungen, die Lage zu beruhigen, hat die Armee eine Bodenoffensive im Gazastreifen begonnen", teilte das Militär mit. Ziel sei es, das Leben israelischer Staatsbürger zu schützen und die "Terror-Infrastruktur" der radikalislamischen Hamas zu zerschlagen, die im Gazastreifen herrsche.

In einer Erklärung aus dem Amt von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hieß es, die Offensive richte sich "gegen die Terrortunnel aus dem Gazastreifen nach Israel". Reporter der Nachrichtenagentur Reuters und Bewohner des Palästinensergebiets berichteten an der Gaza-Grenze von schwerem Artilleriefeuer und Beschuss von See aus. Ein Militärsprecher sagte, es würden im gesamten Gazastreifen Ziele der Extremisten angegriffen.

Für Aufsehen sorgte am Donnerstag in Israel ein angeblich durch einen Tunnel geplanter Angriff der radikalislamischen Hamas auf eine Ortschaft, den die Streitkräfte nach eigenen Angaben vereiteln konnten. Die Tunnel werden auch deshalb als große Bedrohung gesehen, weil die Islamisten durch sie Israelis entführen und so die Freilassung von Gefangenen erzwingen könnten.

Vereinten Nationen forderten Feuerpause

Israel fliegt schon seit Dienstag vergangener Woche Luftangriffe auf das Palästinensergebiet, um den anhaltenden Raketenbeschuss von dort zu stoppen. Nun sollen den Angaben zufolge auch Infanteristen eingesetzt werden. Die israelischen Geheimdienste unterstützen demnach die Bodenoffensive.

Seit dem 8. Juli fielen der Gewalt laut Rettungskräften mindestens 240 Palästinenser zum Opfer, 1800 weitere wurden verletzt. Die meisten Opfer sind Aktivisten von Hilfsorganisationen zufolge Zivilisten. Zudem wurde ein Israeli getötet. Die Islamisten haben nach israelischen Angaben mehr als 1300 Raketen auf den jüdischen Staat abgefeuert.

mad/DPA/Reuters/AFP / DPA / Reuters