Nepal Rebellen stürmen Stadt


Die Lage in Nepal kommt nicht zur Ruhe. Jetzt haben maoistische Demonstranten die Stadt Chautara gestürmt. Sechs Stunden lang lieferten sie sich Schießereien mit den Sicherheitskräften.

In Nepal haben hunderte maoistischer Rebellen am Montag eine Stadt gestürmt. Sie hätten die Polizeiwache, die Bezirksverwaltung, den Funkturm und das Gefängnis von Chautara etwa 100 Kilometer östlich von Kathmandu angegriffen, sagte ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter. Er sprach von einem "ziemlich großen Angriff".

Demnach lieferten sich die Aufständischen sechs Stunden lang Schießereien mit den Sicherheitskräften. Verstärkung - unter anderem durch Hubschrauber - sei angefordert worden. Es gab zunächst keine Angaben zu Opfern. Chautara gilt als Hochburg der Rebellen, die große Teile des Landes kontrollieren. Sie kämpfen seit 1996 für den Sturz der Monarchie und die Errichtung eines kommunistischen Staates. In dem Konflikt starben bislang 13.000 Menschen.

Nepal befindet sich in einer schweren politischen Krise. Demonstranten fordern eine neue Verfassung, die die Macht von König Gyanendra begrenzen soll. Gyanendra hatte am Freitag zwar einige Zugeständnisse gemacht, diese gehen der Opposition jedoch nicht weit genug.

Bei den wochenlangen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten sind mindestens zwölf Menschen getötet und hunderte verletzt worden. Der König hatte im Februar 2005 die Regierung entlassen und selbst die Macht übernommen. Sein erklärtes Ziel war, einen seit Jahrzehnten anhaltenden Aufstand maoistischer Rebellen niederzuschlagen. Eine oppositionelle Allianz aus sieben nepalesischen Parteien hat für den Dienstag zu erneuten Massenprotesten aufgerufen, zu der hunderttausende Demonstranten erwartet werden.

DPA DPA

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