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Yeonmi Park Hungerleichen auf Nordkoreas Straßen: Geflohene berichtet von den Grausamkeiten ihrer Kindheit

Die aus Nordkorea geflohene Yeonmi Park spricht in ein Mikrofon
Yeonmi Park flüchtete im Alter von 13 Jahren aus Nordkorea
© Vincent Yu / Picture Alliance
Mit 13 konnte Yeonmi Park zusammen mit ihrer Mutter dem abgeschotteten Regime Nordkoreas entfliehen. In einem Interview mit der "New York Post" beschrieb sie nun eindringlich, unter welch widrigen Bedingungen sie zuvor, aber auch noch danach, leben musste.

Die 26-jährige Yeonmi Park hat ihre Kindheit in Nordkorea verbracht – in einem Regime, das international isoliert ist, von einem Diktator grausam geführt wird und in dem die Bevölkerung unter Hunger, Armut und Angst leidet. Im Alter von 13 Jahren gelang Park mit ihrer Familie die Flucht ins benachbarte China. Seitdem berichtet sie von ihren Erfahrungen in einem Land, in das von außen kaum Einblicke möglich sind.

In der "New York Post" hat Yeonmi Park erneut in einem Interview über ihre Kindheitserinnerungen gesprochen. Diese sind besonders von Gefühlen der Einsamkeit und der zwischenmenschlichen Kälte geprägt. "Wir haben keine Freunde in Nordkorea. Wir haben nur Genossen. Dort gibt es das Konzept Freundschaft nicht", erzählte Park der New Yorker Zeitung. Was Liebe oder Freundschaft ist, wusste sie als Kind nicht – nur, dass ihre ungeteilte Zuneigung dem Führer gelten sollte.

Nordkorea: Menschen verhungern in aller Öffentlichkeit

Das war damals noch Kim Jong-Il. Nach dessen Tod im Jahr 2011 übernahm sein Sohn Kim Jong-Un die Macht und regierte ähnlich brutal wie sein Vater. Als Kind habe sie geglaubt, Kim Jong-Il sei eine gottähnliche Figur, die sogar Gedanken lesen könne, so Yeonmi Park. Die Diktatorenverehrung ist für die Heranwachsenden in Nordkorea etwas Selbstverständliches: "Als Kind wusste ich nicht, dass ich isoliert war. Ich wusste nicht, dass ich zu einem Diktator gebetet habe."

Zum Alltag im Kim-Regime gehörten Leichen auf den Straßen, berichtet Yeonmi Park – viele Menschen verhungerten vor aller Augen, darunter auch ihr Onkel und ihre Großmutter. Im Überlebenskampf hätten die nordkoreanischen Bürger Insekten gegessen.

Regime gibt Milliarden für Atomtests aus

"Man sieht so viele Menschen sterben. Für uns war es etwas Normales, Leichen auf der Straße zu sehen", erzählt Yeonmi Park in der "New York Post". Die Führung des Staates lasse die Bevölkerung systematisch verhungern, während Milliarden Dollar für die Entwicklung von Atomwaffen ausgegeben würden: "In Nordkorea müsste niemand hungern, aber die Regierung hat sich so entschieden."

Park war mit ihrer Mutter und ihrem Vater 2007 aus Nordkorea geflüchtet. Über das Nachbarland Südkorea kam sie in die USA, wo sie heute in Chicago lebt und als Menschenrechtsaktivistin aktiv ist. In der Funktion berichtet sie öffentlich von den Gräueltaten des Kim-Regimes. Schon vor Jahren hatte Park davon berichtet, wie ihr Vater bei der Flucht starb und ihre Mutter in China vergewaltigt wurde. 

Quelle: "New York Post"

epp

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