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PENTAGON-PLÄNE: »Angriff auf Irak Anfang 2003«

Die USA entwickeln einem Bericht der »New York Times« zufolge einen Plan für einen Angriff auf den Irak mit bis zu 250 000 Soldaten. Nach Aussagen ranghoher US-Beamter werde eine mögliche Attacke nicht vor Anfang 2003 starten, schrieb die Zeitung weiter am Sonntag. Der Plan sehe massive Luftangriffe und den Einsatz von Bodentruppen vor. Die Truppenstärke könnte zwischen 70 000 und 250 000 liegen. Ziel sei, das Regime des irakischen Präsidenten Saddam Hussein zu stürzen.

Die Administration von Präsident George W. Bush setze auf einen breit angelegten US-Angriff, da nicht mehr an einen erfolgreichen Putsch gegen Saddam geglaubt werde, berichtete das Blatt weiter. Auch die Kräfte möglicher lokaler Verbündeter seien unzureichend für einen Machtwechsel.

»Der Präsident hat keine Entscheidungen getroffen«

»Der Präsident hat keine Entscheidungen getroffen«, wurde ein ranghoher Beamter des Verteidigungsministeriums zitiert. Durch den Aufschub eines möglichen Angriffs bis zum kommenden Jahr solle Zeit gewonnen werden, um sich unter anderem auf den erwarteten sprunghaften Anstieg der Erdölpreise vorzubereiten. Außerdem sollten eventuelle Fortschritte bei der Beilegung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern abgewartet werden.

Jubelfeiern zum 65. Geburtstag von Saddam Hussein

Mit staatlich verordneten Jubelfeiern ist unterdessen am Sonntag in Irak der 65. Geburtstag von Präsident Saddam Hussein begangen worden. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stand die demonstrative Loyalität der Bevölkerung zu dem seit 1968 regierenden Herrscher sowie die Kritik an den USA, Großbritannien und Israel.

Die größten Kundgebungen fanden in Tikrit statt, dem 160 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Geburtsort von Saddam Hussein. In Gesängen wurde der Staatschef als Symbol nationaler Würde gepriesen. Schulmädchen führten traditionelle Tänze auf und schwenkten irakische sowie palästinensische Fahnen. In vielen anderen Städten fanden Umzüge statt, die von Mitgliedern der regierenden Baath-Partei angeführt wurden.

Der Geburtstag des Präsidenten markiere eine neue Ära, in der Irak »frei ist und siegreich gegen den Kolonialismus der USA, Großbritanniens und der Zionisten«, hieß es in einem Artikel der staatlichen Zeitung »El Iraq«. Der amerikanische Präsident George W. Bush hat Irak zusammen mit Iran und Nordkorea auf einer »Achse des Bösen« angeordnet und wiederholt seinen Wunsch nach einem Regimewechsel in Bagdad zum Ausdruck gebracht.