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Protest gegen Rentenreform in Frankreich: Tankstellen geht der Treibstoff aus

Kurz vor der endgültigen Entscheidung über Frankreichs unpopuläre Rentenreform halten die Gewerkschaften den Druck auf Präsident Nicolas Sarkozy aufrecht. Die Arbeiter in allen zwölf Ölraffinerien Frankreichs setzten ihren Streik am Montag den siebten Tag in Folge fort.

Die Streiks und Blockaden gegen die Rentenreform in Frankreich legen das Land zunehmend lahm. Mehr als 1000 Tankstellen ging landesweit der Treibstoff aus, wie der Kraftstoff-Importverband UIP am Montag mitteilte. "Von den 4000 Tankstellen der großen Handelsketten, die 60 Prozent des Treibstoffs in Frankreich verkaufen, sind etwa 1500 bei einem Treibstoff-Produkt ohne Nachschub oder vollkommen trockengelegt", sagte ein UIP-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Im Westen des Landes sei die Lage schlechter als im Norden. Der Verband UIP versorgt für große Supermarkt-Ketten wie Carrefour mehr als 4000 der insgesamt 12.500 Tankstellen in Frankreich.

Die Raffinerien des Landes wurden am Montag weiter bestreikt und Öl-Depots blockiert. Dabei beteiligten sich erstmals auch Lkw-Fahrer massiv an den Blockadeaktionen. Auf mehreren Autobahnen starteten sie zudem eine "Operation Schnecke", wobei mehrere Lastwagen etwa zwei von drei Spuren blockierten. Davon war am Montagmorgen unter anderem die Autobahn in der Nähe des nordfranzösischen Lille betroffen. Darüber hinaus gab es erneut landesweit Streiks bei der Staatsbahn SNCF und in hunderten Schulen durch Jugendliche.

Die Regierung hatte angekündigt, eine Blockade der Wirtschaft des gesamten Landes nicht hinzunehmen. Innenminister Brice Hortefeux hatte gesagt: "Wir werden die Blockaden von (Treibstoff-) Depots notfalls auflösen lassen." Die Polizei hatte bereits in der vergangenen Woche ohne Zwischenfälle einzelne Blockaden vor Öl-Lagern aufgelöst; einige wurden danach wieder errichtet.

AFP/Reuters / Reuters