VG-Wort Pixel

Nach Charlottesville Diese Woche könnte Steve Bannons letzte im Weißen Haus sein

Nach Charlottesville: Diese Woche könnte Steve Bannons letzte im Weißen Haus sein
Sally Yates, Michael Flynn, James Comey, Sean Spicer, Reince Preibus, Anthony Scaramucci.
 
Das Tempo, in dem US-Präsident Donald Trump sein Personal austauscht, ist atemberaubend. Aber ist das noch normal?
 
Larry Sabato, Politologe und Dozent an der University of Virginia in den USA, bestätigt: Nur 35 Personen sind in der Zeit von 1945 bis 2014 unfreiwillig aus dem Weißen Haus ausgezogen. Richard Nixon und Jimmy Carter entließen am meisten Personal während ihrer Amtszeiten – nämlich jeweils fünf.
 
Ein Wechsel in der Regierung kann zwar gesund sein und ist nicht unüblich für einen Präsidenten, aber Donald Trump bricht alle Rekorde. Seit nicht mal sieben Monaten sitzt er im Weißen Haus. In dieser Zeit haben sechs Mitarbeiter ihren Job verloren.
 
In Barack Obamas achtjährige Amtszeit fiel nur eine Kündigung: Er entließ General Stanley McChrystal als Kommandeur der Truppen in Afghanistan 2010. Der Grund: Er äußerte sich abschätzig in einer Reportage des "Rolling Stone"-Magazins.
 
Aus eigenen Stücken verließen 2014 - auch während Obamas Amtszeit - vier Berater das Weiße Haus.
 
Ein Jahr war die kürzeste Amtszeit eines Ministers unter Obama. Trumps erster Sicherheitsberater Michael Flynn hatte eine Amtszeit von nur 24 Tagen.
 
Der jüngste Abgang in Trumps Team: Kommunikationschef Anthony Scaramucci war nur anderthalb Wochen im Amt.
 
Den Rekord hält aber John Koehler, ein in Deutschland geborener Journalist, der 1987 für Präsident Ronald Reagan arbeitete – für lediglich fünf Tage.
 
Fluktuation im Weißen Haus ist normal. Doch die Geschwindigkeit, in der die Trump-Regierung Rollen tauscht, zeugt von Unordnung und Chaos im Weißen Haus.
 
Und der nächste Rücktritt ist auch schon vorstellbar: Justizminister Jeff Sessions wurde von Trump zuletzt öffentlich angegriffen.
 
In einer Twitter-Botschaft bezeichnete Trump seinen Minister als "angeschlagen" und warf die Frage auf, warum Sessions nicht gegen die unterlegene Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ermittle.
Mehr
Steve Bannon war für Donald Trump bislang jener Mann, der nach den Rechten sieht. Jetzt hat sich Trump von ihnen distanziert. Wie lange lässt sich Bannon noch halten? Medien hören die Uhr ticken.

Nach heftiger Kritik an der ersten Reaktion von US-Präsident Donald Trump auf die rechtsextreme Gewalt in Virginia steht sein Chefstratege Steve Bannon einem Fernsehbericht zufolge möglicherweise kurz vor der Entlassung. Bannon könnte schon zum Ende der Woche seinen Job los sein, berichtete der Sender CBS am Montag unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle.

Laut einem Bericht der "New York Times" soll Medienmogul Rupert Murdoch bereits vor der Gewalt in Charlottesville Trump aufgefordert haben, seinen Chefstrategen zu feuern. Der US-Präsident widersetzte sich demnach nur halbherzig Murdochs Rat. Gleichzeitig habe er sich enttäuscht über Bannon geäußert. Stabschef John Kelly soll demnach gewarnt haben, er werde die Intrigen im Weißen Haus nicht weiter dulden.

Steve Bannon, der Mann der nach den Rechten sieht

Bannon, der rechtsnationalistische ehemalige Chef des Portals "Breitbart News", gilt als einer der Köpfe hinter den Machtkämpfen im Weißen Haus. Bannons einstiges Internet-Portal soll zum Erstarken der antisemitischen und rassistischen Alt-Right-Bewegung beigetragen haben.

Trump hatte sich erst am Montag auf massiven Druck aus dem In- und Ausland klar von der rechtsextremen Gewalt in Charlottesville distanziert. Davor hatte er lediglich gesagt, für die Gewalt seien "viele Seiten" verantwortlich. Dies brachte ihm unter anderem heftige Kritik auch aus dem eigenen Lager ein.

Donald Trump kehrt nach New York zurück - und die Stadt protestiert

Im New Yorker Stadtteil Manhattan protestierten am Montag hunderte Demonstranten gegen die erste Rückkehr des US-Präsidenten in seine New Yorker Residenz seit seinem Amtsantritt. "Trump, der Faschist, muss weg", skandierten sie in der Nähe des Trump Towers.

Aus Protest gegen Rassismus stürzten Aktivisten im US-Bundesstaat North Carolina am Montag die Statue eines Konföderierten-Soldaten, wie im Fernsehen zu sehen war. Der Aufmarsch von Rechtsextremen in Charlottesvielle war aus Protest gegen die Entfernung eines ähnlichen Denkmals organisiert worden. Die Südstaaten hatten während des Bürgerkriegs für die Beibehaltung der Sklaverei gekämpft.

pg AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker