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Peinlicher Fehler Trump will Wahlkampf-Werbung mit seinem Militär machen – und zeigt stattdessen Russen-Jets


Die Unterstützung der Truppen ist ein verlässliches Werberezept für konservative US-Politiker. Doch Präsident Donald Trump hat nun mit einer Kampagne ins Klo gegriffen. Die gezeigten Soldaten stammen leider aus dem falschen Land.

"Support the Troops" – das ist seit Jahrzehnten das Mantra des Militär-liebenden konservativen Teils der amerikanischen Gesellschaft. Kein Wunder, dass sich die US-Präsidenten und die, die es werden wollen, gerne in der Unterstützung ihrer Soldaten überbieten. Schließlich ist der US-Präsident auch Oberster Befehlshaber der Streitkräfte. Doch leider klappt die Werbung nicht immer so wie geplant.

Das aktuelle Motiv der Trump-Kampagne hat man zumindest so schon öfter gesehen: Silhouetten von aufrecht stehenden und bewaffneten Soldaten vor dem Sonnenuntergang, über ihren Köpfen fliegen Kampfjets. "Support our Troops", "Unterstützt unsere Truppen", steht darunter. Der Hinweis auf Trumps Kampagne macht das Werbebanner perfekt. Doch leider lassen die Details daran zweifeln, ob die unterstützten Truppen an der Entstehung beteiligt waren. 

Russische Truppen werben für Trump

"Das ist ganz klar eine MiG-29", sagte der Flugzeug-Ingenieur Pierre Sprey gegenüber "Politico". Er hatte die beiden US-Jets F-19 und A-10 mitgestaltet. "Ein Glück, dass es jetzt auf Seite unserer Truppen kämpft." Das ist nicht selbstverständlich: Der Kampfjet fliegt sonst nämlich nicht für die Air Force - sondern für die russischen Streitkräfte.

Es sei nicht der einzige Hinweis, dass keine US-Truppen zu sehen sind, bestätigt der Direktor des Centre for Analysis of Strategies and Technologies in Moskau dem Magazin. So sei bei einem der Soldaten klar zu erkennen, dass er das Kalaschnikow-Sturmgewehr AK-47 trage. Das findet zwar in Armeen rund um den ganzen Globus Verwendung, bei einem US-Soldaten wird man sie aber wohl nicht finden.

Der Fotograf hat den Verdacht mittlerweile bestätigt: Arthur Zakirov erklärte "Politico" sein bei dem Stockfoto-Dienst Shutterstock erhältliches Bild zeige keine US-Truppen. Stattdessen sei es mit russischen Models geschossen worden, die 3D-Modelle der MiGs wurden nachträglich hinzugefügt. Das Bild habe der Hobby-Fotograf vor fünf Jahren zusammengebastelt, die Aufnahme vom Himmel stamme aus Russlands, die Berge im Hintergrund aus Griechenland und der Boden von einem Foto aus Frankreich. Er habe die Bilder alle selbst aufgenommen.

Wie das Foto letztlich in Trumps Wahlkampfposter landete, ist nicht bekannt. Das Wahlkampfteam reagierte nicht auf eine Anfrage des Magazins.

Quelle: Politico

mma

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