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Tucker Carlson: "White supremacists? Kein wirkliches Problem" - "Fox"-Moderator hält Rassisten für Erfindung

"Fox News" ist bekanntermaßen der Lieblingssender von US-Präsident Donald Trump. Was der US-Präsident wohl zu Moderator Tucker Carlson sagen würde? Der hat nämlich in seiner Show eine erstaunliche Theorie vorgetragen.

Ein Mann in Anzug und Krawatte hat beide Hände vor der Brust und macht eine abwehrende Geste

Tucker Carlson moderiert auf Fox die Sendung "Tucker Carlson tonight"

AFP

Nach dem rassistisch motivierten Anschlag mit 22 Toten in El Paso diskutieren die USA über rechtsextremistischen Terror. Nicht so "Fox"-Moderator Tucker Carlson. Der erklärt in seiner Show, warum "white supremacists" - also Rassisten, die Weiße allen anderen Menschen per se für überlegen halten - kein Problem für die USA seien.

Auf der Medien-Website "Media Matters" findet sich der Ausschnitt aus "Tucker Carlson tonight" vom Dienstag. Darin sagt der "Fox"-Moderator: "Die ganze Sache ist eine Lüge. Wenn Sie eine Liste erstellen würden, eine Hierarchie von Problemen, mit denen dieses Land konfrontiert ist, wo würde die weiße Vorherrschaft auf der Liste stehen? Da oben, wahrscheinlich mit Russland. Es ist eigentlich kein wirkliches Problem in Amerika. Alle Mitglieder jeder 'white supremacy'-Organisation in diesem Land würden in ein College-Football-Stadion zu passen. Ich meine, im Ernst, dies ist ein Land, in dem die durchschnittliche Person ärmer wird, in dem die Selbstmordrate steigt - 'weiße Vorherrschaft, das ist das Problem' - das ist ein Schwindel. Genau wie der russische Schwindel ist es eine Verschwörungstheorie, die verwendet wird, um das Land zu teilen und die Macht zu halten. Das ist genau das, was vor sich geht."

Einflussnahme von Russland unumstritten

Was Carlson genau mit "russischem Schwindel" meint, ist nicht ganz klar. Dass Russland auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 Einfluss nehmen wollte, bestreitet eigentlich niemand. Immerhin untersucht Sonderermittler Robert Mueller das Ausmaß der Einflussnahme und mögliche Verwicklungen von Donald Trump darin.

Chris Evans und Tomi Lahren.

Und dann fährt Carlson fort: "Weiße Vorherrschaft - wissen Sie, ich lebe hier seit 50 Jahren, ich habe noch nie jemanden getroffen - nicht eine Person -, die als 'white supremacist' gilt. Ich kenne niemanden, der denkt, dass das eine gute Idee ist." Dieses Argument ist ungefähr so stichhaltig wie "weil ich noch nie im Leben einen Waran gesehen habe, gibt es die nicht."

Talkgast verteidigt bei Tucker Carlson Rassisten

Dass Carlson die Existenz von "white supremacists" leugnet, ist umso erstaunlicher, weil laut "Huffington Post" ein Dauergast seiner Sendung genau diese Leute in Schutz genommen hat. So habe Mark Steyn in Carlsons Show gesagt: "White supremacists sind amerikanische Bürger. Die illegalen Einwanderer sind die, die nicht hier sein sollten."

Mehrere prominente Demokraten beschuldigen US-Präsident Donald Trump, er ebne mit seiner Rhetorik den Weg für Hassverbrechen.

Trotzdem legt Carlsons seine Theorie dar: "Ich meine, sie erfinden das, und es ist ein Gesprächsthema, den sie benutzen, um ihnen in dieser Wahlperiode zu helfen, natürlich, weil Russland gestorben ist." Mit "sie" meint Carlson offenbar die Demokraten und die vielen Trump-Anhängern verhassten Medien wie die "New York Times" und die "Washington Post".

Wie Carlson seine Theorie belegen will, bleibt vorerst sein Geheimnis.

Quellen: Huffington Post, MediaMatters.orgTucker Carlson tonight, Steyn online.