UN-Tribunal Kriegsverbrecher zu 13 Jahren Haft verurteilt


Der aus Kroatien stammende Serbenpolitiker Milan Babic ist vom UN-Tribunal in Den Haag zu einer 13-jährigen Haftstrafe wegen der Verfolgung nicht-serbischer Bewohner in der Region Krajina verurteilt worden.

Das UN-Tribunal in Den Haag hat den ehemaligen Führer der kroatischen Serben, Milan Babic, wegen Kriegsverbrechen zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht ging mit diesem Strafmaß zwei Jahre über den Antrag der Anklage hinaus. Babic wird die systematische Verfolgung nicht-serbischer Bewohner in der Region Krajina zur Last gelegt. Hunderte Menschen wurden während des Krieges Anfang der 90er Jahre getötet, etwa 80.000 wurden vertrieben.

Babic war nach einem Geständnis bereits im Januar schuldig gesprochen worden. Der Angeklagte leugne nicht die Schwere der Verbrechen, sagte Richter Alphons Orie bei der Verkündung des Strafmaßes. Während der Verhandlung im Januar äußerte Babic "tiefe Scham und Reue" über seine Taten. Auf Grund seines Schuldbekenntnisses wurden vier weitere Anklagepunkte wegen Mordes, Grausamkeit und mutwilliger Zerstörung von Wohngebieten fallen gelassen. Als Teil der Abmachung stimmte Babic zu, mit dem Tribunal in anderen Kriegsverbrecherprozessen zusammenzuarbeiten. Unter anderem sagte er als Zeuge im Verfahren gegen den früheren jugoslawischen Staatspräsidenten Slobodan Milosevic aus.

Vertreibung der nicht-serbischen Bevölkerung

Babic war nach der Abspaltung Kroatiens von Jugoslawien 1991 Präsident der selbstproklamierten Serbischen Republik Krajina. 1991 lebten in der Krajina mehr als 78.000 Kroaten und rund 2.000 Muslime. Ein Jahr später war laut Anklageschrift praktisch die gesamte nicht-serbische Bevölkerung gewaltsam vertrieben, deportiert oder getötet.

AP AP

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