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Unifil-Truppen im Libanon: Israelische Jets simulieren Angriff

Fast wäre es zu einer Katastrophe gekommen. Wie jetzt herauskam, haben israelische Kampfjets vor einer Woche einen Angriff auf Unifil-Truppen im Libanon vorgetäuscht. Die französischen Einsatzkräfte waren kurz davor, das Feuer zu eröffnen.

Bei einem Scheinangriff israelischer Kampfjets auf Stellungen der UN-Friedenstruppe im Libanon wäre es beinahe zu einer Katastrophe gekommen. Die französischen UN-Truppen waren "nur Sekunden davon entfernt, die Flugzeuge abzuschießen", sagte Außenministerin Michèle Alliot-Marie. Der Vorfall ereignete sich bereits am 31. Oktober, als ein Geschwader F-15-Jets im Sturzflug auf die Unifil-Stellungen im Südlibanon hinabstieß. "Die Flugzeuge waren in Kampfposition", berichtete Alliot-Marie am späten Mittwochabend im Parlament.

Die französischen Truppen hätten Luftabwehrraketen vorbereitet. "Unter diesen Umständen müssen unsere Soldaten zur Selbstverteidigung das Feuer eröffnen." Es blieb zunächst unklar, warum sie dennoch nicht schossen. "Unsere Truppen haben knapp eine Katastrophe verhindert", sagte die Ministerin in der am Donnerstagmorgen im Fernsehen ausgestrahlten Erklärung. Unifil-Kommandeur Alain Pelligrini beklagte im Oktober, die Überflüge der israelischen Luftwaffe verstießen gegen den in der UN-Resolution 1701 festgelegten Waffenstillstand.

Aufgrund des Vorfall hat das Pariser Außenministerium am Donnerstag den israelischen Botschafter Daniel Shek einbestellt. Am Vorabend hatte Außenminister Philippe Douste-Blazy erklärt, Frankreich werde "eine Warnung" an Israel richten. "Die israelischen Flüge über dem Südlibanon machen uns große Sorgen." Frankreich hat seine bisher 1650 Soldaten im Südlibanon trotz israelischer Kritik mit Flugabwehrraketen gegen Tiefflieger ausgestattet.

AP/DPA / AP / DPA