HOME

Unruhen in Thailand: Die blutigen Proteste gehen weiter

Nach einem kurzen Hoffnungsschimmer im von heftigen Protesten erschütterten Thailand haben sich die Fronten am Samstag wieder verhärtet.

Hoffnungen auf ein baldiges Ende der erbitterten Machtkampfs in Thailand haben sich am Samstag zunächst zerschlagen. Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva wies die Forderung der Opposition zurück, dass Parlament innerhalb von 30 Tagen aufzulösen. Die seit Wochen gegen die Regierung protestierenden Demonstranten zogen sich deshalb aus den Verhandlungen zur Beilegung der Krise zurück.

Die Demonstranten hatten bislang die sofortige Auflösung des Parlaments gefordert, dies aber am Freitag abgeschwächt und erklärt, sie würden der Regierung 30 Tage Zeit geben. So sollten weitere blutige Auseinandersetzungen verhindert werden, die schon mehrere Menschen das Leben gekostet haben. Vejjajiva wies am Samstag aber auch diesen Vorschlag zurück, worauf ein Führer der Opposition, Nattawut Saikua, erklärte, es gebe keine Sinn mehr, die Gespräche noch fortzusetzen.

Tausende Demonstranten vor allem aus den ländlichen Regionen Thailands belagern seit sechs Wochen Teile der Innenstadt von Bangkok. Immer wieder kommt es dabei zu Zusammenstößen zwischen den sogenannten Rothemden und dem Militär. Hotels und Geschäfte in dem etwa drei Quadratkilometer großen Gebiet beklagen wegen der andauernden Proteste Einnahmeverluste in Millionenhöhe.

Das Auswärtige Amt in Berlin rät wegen der Unruhen von nicht unbedingt notwendigen Reisen in die thailändische Hauptstadt ab. In der Mitteilung wird auch dringend von Reisen in die südlichen, unter Notstandsrecht stehende Provinzen abgeraten. "Hier besteht Lebensgefahr", heißt es. Touristen sollten auch die Grenzregion zu Kambodscha meiden. Der Bangkoker Flughafen sei als Transitflughafen für Flüge innerhalb des Landes oder ins Ausland jedoch nicht beeinträchtigt und auch die Tourismusregionen außerhalb der Hauptstadt seien von den Demonstrationen derzeit nicht betroffen, hieß es in den am Freitag veröffentlichten Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes.

APN/AFP