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US-Wahlkampf: Promis gegen Bush

Immer mehr Stars machen Front gegen US-Präsident George W. Bush. Der erlitt jetzt eine neue Schlappe gegen Herausforderer Kerry.

Bush rudert zurück. Im Streit um einen Fernsehspot gegen seinen politischen Gegner John Kerry verurteilte US-Präsident George W. Bush die Wahlkampfwerbung von Organisationen außerhalb der politischen Parteien. Konkret verwies er auf einen Fernsehspot der Kriegsveteranengruppe Swift Boat Veterans For Truth, die dem demokratischen Bewerber John Kerry am Wochenende falsche Darstellungen seines Militäreinsatzes in Vietnam vorgeworfen hatte. Werbung dieser Art dürfe keinen Platz im Wahlkampf haben, erklärte Bush am Montag auf seiner Ranch in Crawford.

Ton im Wahlkampf jetzt deutlich verschärfter

Der Fernsehspot hatte bei Kerry und seinen Anhängern tiefe Verärgerung ausgelöst und den Ton im US-Wahlkampf deutlich verschärft. Das Wahlkampfteam der Demokraten beschuldigte die Veteranengruppe zudem, ihre Kampagne rechtswidrig mit den Republikanern abgestimmt zu haben.

Bush erklärte, nach seinem Dafürhalten habe sich sein Rivale im Vietnamkrieg vorbildlich verhalten und könne stolz darauf sein. Auch mehrere Offiziere, die damals gemeinsam mit Kerry dienten, stellten sich hinter dessen Darstellungen des Militäreinsatzes.

"Zu wenig, zu spät"

Der Vorsitzende von Kerrys Demokratischer Partei kommentierte Bushs Ehrenerklärung mit den Worten: "Zu wenig, zu spät." Kerrys Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, John Edwards, sagte, Bush habe die Stärke und Integrität gefehlt, rechtzeitig seine Position klarzustellen.

Am kommenden Freitag kommt ein Dokumentarfilm über Kerrys Zeit in Vietnam in ein New Yorker Kino. In dem Film "Brothers in Arms" (Waffenbrüder) des Journalisten Paul Alexander verbürgen sich vier ehemalige Kameraden dafür, dass Kerry in Vietnam Heldentaten vollbracht habe.

Prominente unterstützen Wahlkampf gegen Bush

Unterdessen machen Prominente aus Hollywood wie Matt Damon, Martin Sheen und Scarlett Johansson im Internet Wahlkampf gegen Bush. Sie unterstützten eine politische Gruppe namens MoveOn.org, die am (heutigen) Dienstag zehn neue Anti-Bush-Wahlkampfspots vorstellen will. Gedreht wurden die 30-sekündigen Filme unter anderem von renommierten Regisseuren wie Doug Liman, Rob Reiner und John Sayles. Möglicherweise sollen die Filme auch einmal im Fernsehen zu sehen sein. Das hänge davon ab, wie sie bei dem Internet-Publikum ankämen, sagte MoveOn-Sprecherin Laura Dawn.

AP