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USA: Feuerwalze fegt über die Westküste

In den USA stehen über 127000 Hektar Wald- und Buschland in Flammen, was etwa der Hälfte der Fläche des Saarlandes entspricht. Besonders betroffen sind Nevada, Oregon und Kalifornien.

In den USA stehen über 127 000 Hektar Wald- und Buschland in Flammen. Rund 18 000 Feuerwehrleute setzten am Mittwoch in zehn Bundesstaaten im Westen des Landes der USA den Kampf gegen Hunderte von Bränden fort. Besonders betroffen sind Nevada, Oregon und Kalifornien. In Oregon standen 30.000 Hektar Land in Flammen, allein dort waren 3.800 Feuerwehrleute im Einsatz. Trockenheit fachte die Brände weiter an. Ein Feuer rückte bis auf fünf Kilometer an die Ortschaft Monument heran.

In Kalifornien rückten die Flammen so dicht an eine Autobahn heran, dass die wichtige Verkehrsader für Stunden gesperrt werden musste. In Oregon wurden Dörfer und Campingplätze evakuiert. Der Gouverneur des Westküstenstaates rief den Notstand aus und forderte als Verstärkung die Nationalgarde zur Brandbekämpfung an. Auch in Washington und Wyoming brennen zahlreiche Feuer. Allein in Kalifornien haben sieben große Brände 50 000 Hektar Land vernichtet.

Nach einem regenarmen Winter mit geringem Schneefall ist die Brandgefahr im trockenen Wald- und Buschland im Westen der USA besonders groß. Extreme Trockenheit und starke Winde begünstigen die Ausbreitung der Feuer. Bei anhaltend warmen Sommertemperaturen ist mit einer Entspannung der Lage auch in den nächsten Tagen nicht zu rechnen.

Kein Ende der Brände in Sicht

Die Kosten für die Brandbekämpfung, bei der Hubschrauber eingesetzt wurden, wurden in Oregon mit einer Million Dollar (rund 2,2 Millionen Mark/1,1 Millionen Euro) pro Tag angegeben. Gouverneur John Kitzhaber verhängte am Dienstag den Feuersnotstand, was bedeutet, dass Privatfirmen für Hilfe bei der Brandbekämpfung die Kosten vom Staat erstattet bekommen. Ein Sprecher der Forstbehörde bezeichnete die Lage unter Hinweis auf Temperaturen über 40 Grad und knochentrockenes Holz als explosiv.

Auch im Norden Kaliforniens bemühten sich tausende Feuerwehrleute, die Brände einzudämmen. Dort bedrohten die Flammen mehrere Ranches und eine wichtige Stromleitung, die die Großstadt Reno in Nevada mit Elektrizität versorgt. In Nevada gingen seit Ende vergangener Woche bereits 82.000 Hektar Gras- und Buschland in Flammen auf. Im Staat Washington waren an der Grenze zu Idaho Dutzende Häuser von Buschbränden bedroht. Im Indianerreservat Colville zerstörte ein Großbrand sechs Häuser, 30 weitere drohten ein Raub der Flammen zu werden.