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Vertraulicher Bericht: Misswirtschaft bei Europol

Schwere Vorwürfe erhebt der Europäische Rechnungshof in Luxemburg gegen die Internationale Polizeibehörde Europol im niederländischen Den Haag.

Nach Informationen von stern.de, dem Internet-Angebot des Hamburger Magazins stern, rügen die Kontrolleure des Europäischen Rechnungshofs in Luxemburg Missstände im Management und Verstöße gegen Finanzvorschriften. Im jüngsten, vertraulichen Bericht heißt es, ein ehemaliger hochrangiger Europol-Mitarbeiter habe eine Abfindung in Höhe von 280.000 Euro erhalten, ohne dass es dafür eine gesetzliche Grundlage gab. Den Prüfern vorgelegte Personalakten seien fehlerhaft und unvollständig gewesen. Kritisiert werden Anschaffungen für fast 500.000 Euro, die im Haushaltsplan nicht vorgesehen waren. Eine Rüge erhielt Europol auch für die explodierenden Telefon- und Faxkosten. Grund: Die Behörde hatte für zahlreiche Mitarbeiter die Rechnungen sogar für private Telefon- und Faxrechnungen übernommen und ihnen Handy's bezahlt - zwischen dienstlichen und privaten Gesprächen wurde nicht unterschieden.

Betrug und Urkundenfälschung

Schon im Juni 2001 war Europol in die Schlagzeilen geraten. Ein leitender Beamter der EDV-Abteilung wurde damals wegen schweren Betrugs und Urkundenfälschung verhaftet. Er hatte beim Ankauf eines neuen Computersystems in die eigene Tasche gewirtschaftet. Mit den Vorwürfen des Rechnungshofes vom stern konfrontiert, erklärte Sprecher Dr. Evangelos Stergioulis, dies seien Anlaufprobleme: "Es handelt sich um das zweite vollständige Geschäftsjahr. Inzwischen sieht es ganz anders aus".

stern-Büro Niederlande