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Volksabstimmung über Mindesturlaub Schweiz entscheidet sich gegen lange Ferien


Die Eidgenossen scheinen auch das Arbeiten erfunden zu haben. Bei einer Volksabstimmung sprachen sich nach ersten Hochrechnungen 67 Prozent der Schweizer gegen eine Verlängerung des gesetzlichen Mindesturlaubs aus.

Die Schweizer haben sich bei einer Volksabstimmung mit deutlicher Mehrheit gegen eine Verlängerung des gesetzlichen Mindesturlaubs von vier auf sechs Wochen entschieden. 67 Prozent der Teilnehmer stimmten laut Hochrechnung des öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernsehens (SF) gegen diese Initiative des Gewerkschaftsdachverbandes Travail.Suisse. Nur 33 Prozent votierten demnach für mehr Urlaub.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) reagierte erfreut auf das deutliche Nein zur sogenannten Ferieninitiative. Die Stimmbürger hätten erkannt, dass "etwas, das anfangs angenehm tönt, bei näherem Nachdenken doch verschiedene Nachteile bringt", sagte SAV-Präsident Thomas Daum.

Regierung und Arbeitgeber sind erleichtert

Zuvor hatten der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse sowie die Regierung zur Ablehnung der Ferieninitiative aufgerufen. Sie warnten, dass eine Verlängerung des Mindesturlaubs Milliarden kosten würde und zur Verlagerung von Arbeitsplätzen in Euro-Länder wie Deutschland führen könnte, wo die Lohnkosten deutlich niedriger seien.

Die Gewerkschaften hatten argumentierten, Arbeitnehmer bräuchten angesichts eines gestiegenen Leistungsdrucks mehr Zeit für Erholung. Nach der Niederlage sagte Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerkschaftsverbandes (SGV), die Abstimmenden hätten wohl "Realitätssinn" gezeigt.

swd/DPA DPA

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