Wahlen Opposition in Nigeria spricht von massivem Wahlbetrug


Bei der Präsidentenwahl in Nigeria zeichnet sich nach Teilergebnissen vom Sonntag ein Sieg von Amtsinhaber Olusegun Obasanjo ab, den die Opposition offenbar aber nicht anerkennen will.

Nach der Auszählung von mehr als 14 Millionen Stimmen aus 21 Provinzen und der Hauptstadt kam Obasanjo auf 69 Prozent, Exgeneral Muhammadu Buhari lag bei 26 Prozent. Buhari ist einer von 19 Bewerbern, die gegen Obasanjo antraten. Er stammt aus dem überwiegend muslimischen Norden Nigerias, Obasanjo aus dem christlichen Süden.

Obasanjos Partei errang absolute Mehrheit

Die Abstimmung galt als wichtiger Test für die junge Demokratie in Nigeria. Der ehemalige Militärherrscher Obasanjo war vor vier Jahren zum Präsidenten gewählt worden. Bei der Parlamentswahl vor einer Woche errang Obasanjos Demokratische Volkspartei (PDP) im Senat und im Repräsentantenhaus die absolute Mehrheit. Die Opposition erkannte das Wahlergebnis nicht an und sprach von Manipulationen.

Opposition spricht von Wahlbetrug

Die Opposition spricht auch jetzt von Wahlbetrug. Ein Sprecher von Buhari warnte, die Menschen würden das Ergebnis nicht akzeptieren und kämpfen. Während der Auszählung der Stimmen am Sonntag blieb die Lage in dem westafrikanischen Land angespannt. Nach einer tödlichen Schießerei und Boykotten während des Urnengangs am Samstag patrouillierten am Sonntag Soldaten und Polizisten in mehreren Städten.

Manipulation bei Auszählung?

Oppositionsgruppen hatten schon zuvor Massenproteste angekündigt, falls die Regierungspartei von Obasanjo die Wahl zu seinen Gunsten manipulieren sollte. "Das Problem ist nicht die Abstimmung selbst. Die Auszählung der Stimmen macht uns Sorgen", sagte der Chef der rund 10.000 Wahlbeobachter der Transitional Monitoring Group, Festus Okoye.

Polizeipatrouillen im Norden

Polizisten und Soldaten überwachten die Städte Kaduna und Jos im Norden des Landes, wo gewaltsame Proteste angedroht worden waren. Im Ölhafen von Warri gaben die Streitkräfte Warnschüsse ab, um Gruppen von Jugendlichen zu zerstreuen, die auf den Sieg eines oppositionellen Kandidaten hofften.

Sechs Tote nach Demonstration

Bei der Wahl am Samstag hatten Soldaten in Okoroba im Niger-Delta auf eine Gruppe von Jugendlichen gefeuert und sechs getötet, wie ein Wahlbeobachter berichtete. Die Polizei erschoss einen weiteren Mann, der angeblich eine Wahlurne stehlen wollte. Menschenrechtsgruppen beobachteten an mehreren Orten, wie mehrere Wahlurnen und stapelweise Stimmzettel entwendet wurden. Insgesamt verlief die Wahl jedoch friedlich. Nigeria ist mit 126 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Für die Wahl hatten sich 61 Millionen Bürger registrieren lassen. Im Süden des Landes hatten Oppositionelle zum Wahlboykott aufgerufen.


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