Weltreport Kindersoldaten Neunjährige an die Waffen


In Myanmar ist die Lage mit am Schlimmsten: Zehntausende von Kindersoldaten dienen der Militärjunta, teilweise werden schon Neunjährige rekrutiert, wie es in einem aktuellen Report heißt. Weltweit müssen rund 250.000 Kinder regelmäßig in den Krieg ziehen.

Dem Weltreport Kindersoldaten 2008 zufolge hat sich die Situation der rund 250.000 Kinder und Jugendlichen, die weltweit als Soldaten eingesetzt werden, noch immer nicht verbessert. "Der Wille der internationalen Staatengemeinschaft, den Missbrauch von Kindern als Soldaten zu beenden, ist da, und es gibt einzelne Fortschritte", sagte Ralf Willinger von der Hilfsorganisation Terre des Hommes. "Doch die bisherigen Anstrengungen reichen bei weitem nicht aus. Sie erreichen den Großteil der betroffenen Kinder und Jugendlichen noch immer nicht oder zu spät."

So werde zusätzliche Hilfe benötigt - besonders schlimm sei die Lage in Kolumbien, der demokratischen Republik Kongo und Myanmar. In Myanmar etwa gebe es weiterhin Zehntausende Kindersoldaten - sowohl bei der Armee als auch bei nichtstaatlichen, bewaffneten Gruppen. Schon Neunjährige würden so von der Militärjunta rekrutiert, anschließend müssten sie gegen ihre eigenen Leute kämpfen.

Weniger Konflikte als vorher

Außerdem missbrauchten acht weitere Regierungsarmeen Minderjährige für Kampfeinsätze - unter anderem im Sudan, in Uganda und Israel. 26 Regierungsarmeen hätten Minderjährige in ihren Reihen, darunter auch die Bundeswehr. Nichtstaatliche, bewaffnete Gruppen wie Guerilla und Milizen rekrutieren Kindersoldaten in 24 Ländern.

Ein positiver Punkt ist dem Bericht zufolge, dass die Anzahl der Konflikte in der Welt von 27 auf 17 zurückgegangen sei. Vor allem in Afrika sei dies der Fall, die entsprechenden Kindersoldaten müssten nicht mehr weiterkämpfen. Herausgegeben wurde der Bericht von der "Coalition to Stop the Use of Child Soldiers" (Koalition gegen den Einsatz von Kindersoldaten). Der gehören unter anderem Hilfsorganisationen wie Unicef, World Vision und Amnesty und Missio.

DPA/Lio DPA

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