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Buschbrände Die australische Greta? 13-Jährige wird zum Gesicht des Klima-Protests


Am heißesten Tag des Jahres fuhr Izzy Raj-Seppings nach Sydney - um vor dem Wohnhaus des australischen Premierministers Scott Morrison zu protestieren. Sie habe es satt mit anzusehen, wie ihre Zukunft vor ihren Augen verbrennt. Vor Ort wird ihr mit Festnahme gedroht, notfalls mit Gewalt. Wie sie den Tag erlebte.

Das Bild der weinenden 13-jährigen Izzy Raj-Seppings als ihr ein Polizist mit Festnahme drohte, wurde zum Symbolbild der Krise der immer noch anhaltenden Buschbrände in Australien.

Der Teenager fuhr am Donnerstag, am heißesten Tag des Sommers, nach Sydney, um mit weiteren Demonstranten vor dem Wohnhaus des australischen Premierministers Scott Morrison zu protestieren. Er solle endlich etwas gegen den Klimawandel tun. Vor Ort traf sie auf einen nicht allzufreundlichen Polizisten, der ihr sogar "notfalls mit Gewalt" drohte, sie festzunehmen. Im "Guardian" äußerte sich Ray-Seppings jetzt wie sie den Tag erlebte. 

"Wieso ich meinen Vater am heißesten Tag des Sommers in einem einstündigen Bustrip vors Kirribilli House (Anm. d. Red.: Wohnsitz des Premierministers in Sydney) schleppte?", schreibt die 13-Jährige in einem Essay im "Guardian". "Meine Antwort? Wegen des Leugnens unserer Politiker - und weil unsere Regierung und unser Premierminister keinen Finger rühren." Sie sei müde, müde wegen der Lügen und wegen der Irreführung. Sie sei müde, mit anzusehen, wie ihre Zukunft, die ihrer Freunde und Familie vor ihren Augen verbrennt.

"Wie kann Scott Morrison es wagen?"

Vor allem mit dem Premierminister Scott Morrison, der bis Freitag Urlaub auf Hawaii machte und auf Druck der Bevölkerung seine Reise abbrach, geht Izzy Ray-Seppings hart ins Gericht: "Wie kann Scott Morrison es wagen nach Hawaii zu fahren während Australiens größter Krise? Was wir brauchen, ist ein Premierminister der anerkennt, dass dies keine weitere normale Brandsaison ist, sondern dass die Ursache dafür der Klimawandel ist! Leben und Häuser wurden genommen, während Morrison den Kopf an einem tropischen Strand in den Sand steckt."

Als die 13-Jährige am Donnerstag mit ihrem Vater in Sydney eintraf, demonstrierten bereits Kinder, Familien, Studenten, Erwachsene jeglichen Alters. Das Polizeiaufkommen störte sie nicht weiter, ihr wurde gesagt, sie seien vor Ort, um sie zu beschützen. Aber dann änderte sich die Stimmung. Die Demonstranten sollten geräumt werden. 25 schwer bewaffnete Polizisten forderten sie dazu auf, sich zu entfernen. Wer dem nicht folgte, wurde gewaltsam entfernt. 

"Ich sah schockiert und verwirrt dabei zu, wie meine Freunde und Mitstreiter verstreut, verhaftet und von den Örtlichkeiten eskortiert wurden", schreibt Ray-Seppings. Auch ihr Vater und sie sollten weiterziehen, was sie auch taten, dabei versäumte die 13-Jährige nicht ihr Schild in die Höhe zu halten.

Look at what you've left us. Watch us fight it. Watch us win

Was so viel heißt wie: "Sieh, was du hinterlassen hast. Schau uns beim Kampf zu. Schau uns zu, wie wir gewinnen".

Es war ein Tag, den die 13-Jährige so schnell nicht vergessen wird.

Quelle: "Guardian"


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