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"Turbo-Abitur": Die Kultusminister bessern nach

Die Kultusminister der Länder haben Nachbesserungen beim "Turbo-Abitur, dem Abi nach zwölf Jahren Gymnasium, beschlossen. Sie reagieren damit auf die teils heftige Kritik von Lehrern und Eltern. Die wünschen sich die verkürzte Schulzeit nur für eine Schulform.

Die Kultusminister haben in Berlin leichte Nachbesserungen beim umstrittenen "Turbo-Abitur" nach zwölf Schuljahren beschlossen. Danach soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (DPA) zwar grundsätzlich am vereinbarten Unterrichtsvolumen von 265 Wochenstunden ab Klasse fünf bis zur Reifeprüfung festgehalten werden. Diese Wochenstunden werden wie bisher auf die einzelnen Schuljahre hinweg verteilt. Gleichzeitig dürfen aber auf das Gesamtvolumen Übungen, Vertiefungsstunden und Projekte "flexibler" als bisher angerechnet werden - auch über den bisher schon üblichen Rahmen von fünf Stunden hinaus.

260 Wochenstunden müssen im Lehrplan konkret fachgebunden ausgewiesen werden. Zusätzliche Förderangebote und Projekte an Ganztagsschulen werden angerechnet.

Die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre führt in vielen Bundesländern zu erheblichen Klagen über eine Überlastung der Schüler. Der Vorsitzende des Bundeselternrats, Dieter Dornbusch, sagte im RBB-Inforadio, er halte es für das Sinnvollste, das "Turbo-Abi" nur an Ganztagsschulen einzuführen. Dort könnten die Kinder mittags verpflegt werden und müssten zu Hause keine Aufgaben mehr machen. "Man hat jetzt einen Zustand, dass man einen Reparaturbetrieb braucht, um überhastete Entscheidungen zu reparieren", sagte Dornbusch.

DPA / DPA
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