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Entgleisung bei Facebook AfD-Nachwuchspolitiker droht Jungliberaler mit "übelstem Hatefuck"


Maximillian Kneller ist ein Nachwuchspolitiker der AfD in Nordrhein-Westfalen, der gern Postings des politischen Gegners kommentiert. Jetzt beleidigte er eine Jungliberale so übel, dass die Polizei ermittelt.
Von Tim Schulze

Maximilian Kneller ist ein eifriger Jungpolitiker. Für seine Partei, die AfD, ist er regelmäßig im Einsatz. Bei der Jungen Alternative in Nordrhein-Westfalen, der Nachwuchsorganisation der Rechtspopulisten, hat es der Politologie-Student bereits zum stellvertretenden Vorsitzenden geschafft. Auf seiner Facebook-Seite postet er fleißig Bilder, Artikel und Kommentare, außerdem präsentiert er sich als aufrechter Unterstützer der neuen AfD-Vorsitzenden Frauke Petry.

Kneller kommentiert auch gern Posting des politischen Gegners. In einem Beitrag ist er jetzt allerdings deutlich zu weit gegangen: Auf der Facebook-Seite der Jungen Liberalen Bochum kommentierte er ein Bild einer Anti-AfD-Aktion: "naja, der blonden würden ich auf jeden fall den übelsten hatefuck verpassen. sowas erlebt die bei ihren bebrillten, linksliberalen hipster freunden in hundert jahren nicht."

Auf dem Foto sind mehrere Jungliberale zu sehen. Sie halten ein Plakat bei einer Demo gegen eine AfD-Kundgebung in der Bochumer Innenstadt, auf der auch die Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Frauke Petry, auftrat. Die "JuLis" reagierten  anschließend, indem Sie Knellers Kommentar, der öffentlich war, auf ihrer Facebookseite nach oben hoben: "Geistiger Tiefflieger des Tages ist bereits gefunden: AfD-Mitglied und stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Alternative NRW Maximilian Kneller droht JuLi-Mitglied öffentlich mit einem 'Hatefuck'", schreiben sie dazu. Schließlich griff der Blog "Die Ruhrbarone" die Geschichte auf.

Doch damit nicht genug: Auch im Facebook-Forum "Liberale Zukunft Deutschlands" beleidigte Kneller die Jungliberale: "Meine fresse, insgeheim will die kleine schlampe doch ein mal in ihrem drecksleben nicht von einem blümchensex-gutmenschen, der danach 15 mal fragt, wie er war, gefickt werden, sondern von einem rechten, manchesterliberalen wie mir." 

Auf eine stern-Anfrage zu einer Stellungnahme hat Kneller bislang nicht reagiert. Dafür wurden beide Kommentare gelöscht. Die Polizei bestätigte gegenüber den "Ruhrbaronen", dass sie Ermittlungen aufgenommen hat. Alle relevanten Informationen sollen ihr vorliegen.

Maximilian Kneller ist schon mal zu Beginn des Jahres mit einer dubiosen Aktion aufgefallen. Im Februar unterstützte der engagierte Jungpolitiker den Hamburger AfD-Kandidaten Jörn Kruse am Wahlstand. Er versuchte, ein Kamerateam des NDR auszutricksen, indem er sich als interessierte Bürger ausgab - auch die Aktion ging ziemlich in die Hose.


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