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Angela Merkel und das Glück: "Sind Sie glücklich? Come on!"

Von Champagner-Laune ist bei der Union nichts zu spüren. Zwar wirkt die künftige Regierungschefin Angela Merkel bei ihrem ersten Auftritt nach der Entscheidung locker und gelöst - aber der Kampf um die Macht hat Spuren hinterlassen.

Von Florian Güßgen

Der erste Vorbote der neuen Zeit ist der zweite Pressesprecher der CDU. Mit zersaustem Haar kommt er am Montagnachmittag in den Lichthof des Konrad-Adenauer-Hauses. Zig Kameras warten dort auf seine Chefin, die neue Kanzlerin. Abgekämpft sieht der Sprecher aus, aber entspannt - wie nach einer erfüllenden Nacht in den Kissen. Der zweite Vorbote ist der erste Pressesprecher, der die neue Kanzlerin zum Podium begleitet. Auch er strahlt, abgekämpft zwar, aber erleichtert, so wie einer, der weiß, dass etwas erreicht worden ist. Es scheint, als sei er extra für diesen Tag beim Haareschneiden gewesen.

Eigentlich ein Grund zum Feiern

Sie müssten glücklich sein, sie müssen glücklich sein an diesem Tag. Sie, die Merkelianer in der CDU, haben es geschafft. Angela Merkel, ihre Chefin, die Frau aus dem Osten, sie wird die erste deutsche Kanzlerin sein. Das steht nun fest. Sie wird Land und CDU führen, wird auf Adenauer und Kohl folgen. Eigentlich ist das doch ein Grund zum Feiern. Oder nicht?

Ein teuer erkauftes Sieglein

Eigentlich, denn in Wirklichkeit kommt die Nachricht von Merkels Kanzlerschaft viel zu spät, um Anlass zur Euphorie zu geben. Mindestens zwei Wochen zu spät. Eigentlich hatte die Union von Merkel einen klaren Sieg erwartet, einen grandiosen Home Run für Schwarz-Gelb. Daraus ist nun - pffffff - ein Mini-Sieg geworden, ein Sieglein, errungen in zähen Verhandlungen mit dem einstigen Erzfeind Gerhard Schröder, erkauft mit schmerzlichen acht Ministerien und massiven inhaltlichen Zugeständnissen. Eigentlich ist von den hoch fliegenden Träumen der Union unter Führung Merkels nicht mehr übrig geblieben als Merkel selbst. Ist das Glück?

Auch die Jubel-Unionisten fehlen

Von Champagner-Laune oder gar Euphorie ist jedenfalls nichts zu spüren an diesem Montagnachmittag. Auch auf die Jubel-Unionisten, die noch bei der Kandidaten-Kür im Juni und am Wahlabend mit Angie-Angie-Chören auf den Emporen der CDU-Zentrale für bestellte Stimmung gesorgt hatten, haben sie heute verzichtet. Bei Merkels erstem Auftritt nach der großen Nachricht sind kaum CDU-Mitarbeiter gekommen, hauptsächlich sind es Journalisten.

Die "Koalition der neuen Möglichkeiten"

Merkel scheint das alles nicht anzufechten. Auch sie wirkt sehr entspannt, leicht neben der Spur, aber so, dass sie darüber lachen kann, so wie eine, die weiß, dass sie das ganz große Ziel erreicht hat. Was jucken da heute die Details? Fast sympathisch ist das. Union und SPD hätten die gleiche Anzahl an Personen im Kabinett, sagt sie. Jeder acht. "Es ist nicht möglich, dass die eine Seite die andere überstimmt", sagt sie - und überspielt, dass die Union nur sechs Fachminister hat, die SPD aber acht. Aber das juckt die Chefin wenig. Immer wieder spricht sie von der nun geschaffenen "Koalition der neuen Möglichkeiten", wiederholt diesen Begriff, der in etwa so sexy klingt wie die Selbstbeschreibung eines Neu-Arbeitslosen, der sagt, er sei auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Egal. "Das ist eine faire, gerechte Aufteilung", sagt die Demnächst-Kanzlerin frohgemut. Und: "Es gibt keine vernünftige Alternative zu Reformen". Was soll sie auch sonst sagen?

"Ich bin auf jeden Fall dabei"

Die Last, die von Merkel gefallen ist, muss immens sein. Der Zwang, den eigenen Laden zusammenzuhalten, die Heckenschützen zu Verbündeten zu machen, das Ausscheren zu verhindern, die Front gegenüber der SPD aufrecht zu erhalten, all das. Dann die Sondierungen und die Spitzengespräche. Dieser Machtkampf muss an den Nerven gezehrt haben. Jetzt ist der Durchbruch geschafft, der Rest ist Kinderfasching für Merkel, so scheint es. Wer dabei sei bei der Verhandlungs-Delegation der Union für die Koalitionsgespräche, wird Merkel gefragt. Das wisse sie noch nicht genau, sagt sie - und fügt lächelnd hinzu: "Ich bin auf jeden Fall dabei." Die Vertrauenswürdigkeit der SPD? Auch kein Problem: "In den vergangenen zwei Tagen haben wir alle den Mund gehalten. Das ist doch eine gute Basis", lächelt sie.

Grundgesetz für Großkoalitionäre

Nein, richtig jubeln kann Merkel an diesem Tag nicht. Kurz spult sie noch ein paar Eckpunkte des Programms herunter. Viel mehr Geld soll für die Forschung abfallen, die betrieblichen Bündnisse sollen nicht durchgedrückt, sondern mit den Tarifparteien abgesprochen werden, Sonn- und Feiertagszuschläge bleiben steuerbefreit und eine Kombination aus höherem Steuerfreibetrag und Elterngeld soll das Kinderkriegen erleichtern. Das alles steht auch in dem gemeinsamen Papier von Union und SPD drin - einer Art Grundgesetz für Großkoalitionäre. Sexy klingt das alles nicht an diesem Tag, aber darum geht es ja auch nicht, es geht um Merkel.

"Mir geht es gut"

Dann gibt es in dieser Pressekonferenz eine reichlich bizarre Wendung. Es sind kaum mehr deutsche Korrespondenten, die Merkel fragen. Es ist die Auslandspresse, die zu Wort kommt. Merkel sagt etwas zu den USA (wichtiger Partner), zur Türkei (haben wir doch gerade erst angefangen mit dem Verhandeln) und Russland (soll auch gut werden, das Verhältnis) und China (auch gute Beziehungen). Und sie muss sich zu ihrer eigenen Befindlichkeit äußern. Irgendwann meldet sich eine Journalistin der Financial Times zu Wort. Sie versucht es. "Frau Merkel", fragt sie - es klingt wie bei einem Weckruf. "Sie werden Kanzlerin von Deutschland. Wie geht es Ihnen?“ Merkel lacht, die Journalisten lachen und Merkel sagt, spröde, aber etwas weniger spröde als sonst: "Mir geht es gut. Ich bin in einem Zustand gespannter Aufmerksamkeit." Eine dänische TV-Reporterin setzt nach. "Frau Merkel," fragt sie. "Sind sie eine glückliche Frau? Oh, come on!" Mensch, soll das heißen, lass' es doch raus, mach' doch mal ein bisschen den Schröder, ein ganz klitzekleinwenig zumindest. Aber das ist auch an diesem Tag nicht Merkels Stil. "Es wäre ganz schlimm", beschreibt sie ihr Glück , "wenn ich jetzt griesgrämig wäre."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(