VG-Wort Pixel

Antikriegstag am 1. September 1500 Menschen demonstrieren friedlich gegen Neonazis

Eigentlich wollte das Bündnis "Dortmund stellt sich quer" gegen zwei Aufmärsche von Neonazis protestieren. Doch die wurden von der Polizei verboten. Auf die Straße ging es trotzdem.

Rund 1500 Menschen haben am Samstag in Dortmund friedlich gegen Rechtsextremismus demonstriert. Zwei Aufmärsche von Neonazis, gegen die sich die Demonstration eigentlich richten sollte, waren zuvor verboten worden. Die Polizei hatte sie untersagt, nachdem der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) die rechtsextreme Vereinigung "Nationaler Widerstand Dortmund" aufgelöst hatte. Der Anmelder der Aufmärsche zählte zum Führungskader dieser Vereinigung. Das Verbot war zuletzt vom Bundesverfassungsgericht bestätigt worden.

#link;http://www.stern.de/panorama/nazi-aufmarsch-in-dortmund-krawalle-bei-aktionen-gegen-rechts-1723745.html; In den vergangenen Jahren# hatten Rechtsextreme den Antikriegstag am 1. September regelmäßig für Märsche in Dortmund missbraucht. Gegendemonstrationen wurden oft von gewaltbereiten Linken ausgenutzt, so dass die Polizei stets mit einem Großaufgebot eingreifen musste.

Ungeachtet des Verbots der rechtsextremen Märsche blieb es am Samstag bei mehreren Aktionen des Bündnisses "Dortmund stellt sich quer". Darunter mischten sich auch Vermummte aus der linken Szene. In zwei Demonstrationszügen bildeten sich nach Angaben der Polizei sogenannte schwarze Blöcke mit gewaltbereiten Teilnehmern, die für eine aggressive Stimmung gegenüber der Polizei sorgten.

Organisatoren kritisieren Verbot von "Antifacamp"

Die Veranstalter, darunter der Anmelder eines zehntägigen "Antifacamps", das aus Sicherheitsgründen nicht genehmigt wurde, hätten sich gegenüber der Polizei "unkooperativ" verhalten, hieß es. "Dies hat mit Protest gegen Rechtsextremismus nichts mehr zu tun. Das brauchen wir hier in Dortmund nicht", sagte Einsatzleiter Dieter Keil. Vegleichbare Ausschreitungen wie in den vergangenen Jahren gab es allerdings nicht.

Die Organisatoren des Camps hatten das Verbot als "politische Bankrotterklärung" bezeichnet. "Besonders die Tatsache, dass eine von Neonazis angemeldete Demonstration gegen das Camp ein Ablehnungsgrund gewesen ist, macht uns fassungslos", hieß es in einer Erklärung.

Für den Abend hatten Nazigegner ein Friedensfest in Dortmund-Dorstfeld geplant, dem Wohnort vieler Rechtsextremisten. Die Polizei unterband einen Versuch linksgerichteter Demonstranten, in diesen Vorort vorzustoßen.

jwi/DPA DPA

Mehr zum Thema



Newsticker