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Atomkraftwerk Philippsburg: Sicherheitsschlüssel verschwunden

Wer hat nicht schon mal seine Schlüssel liegen lassen? Eigentlich keine große Sache, es sei denn, man kann mit ihnen den Sicherheitsbereich eines Atomkraftwerks betreten - zum Beispiel den des AKW Philippsburg in Baden-Württemberg.

Die Schlüssel für die Sicherheitsbereiche des AKW Phillipsburg sind weg - und zwar spurlos. Das räumte der Betreiber, die Energie Baden-Württemberg (EnBW), nach entsprechenden Medienberichten ein. Demnach ließ sich ein Mitarbeiter am 10. März den Schlüsselbund aushändigen, um Diesel-Aggregate für die Notstromversorgung zu überprüfen. Zum Rückgabetermin am Nachmittag waren die Schlüssel dann unauffindbar. Der Vorfall wurde jedoch erst eine Woche später ans Stuttgarter Umweltministerium gemeldet, das die Polizei einschaltete. Angeblich ist der Vorfall nicht meldepflichig.

Trotz intensiver Suche und internen Befragungen sind die Schlüssel bisher heute nicht wieder aufgetaucht. Inzwischen hat die EnBW damit begonnen, die Schlösser auszutauschen. "Der sichere Betrieb des Reaktors war zu jedem Zeitpunkt gewährleistet", behauptete ein Unternehmenssprecher. Grundsätzlich gelte: Auch wer unbefugt in Besitz dieser Schlüssel ist, kann die Sicherheitsbereiche nicht unbemerkt betreten. Dafür sorge ein spezielles Sicherheitssystem.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe und das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg haben unterdessen die Ermittlungen aufgenommen - wegen des Verdachts auf Diebstahl oder Unterschlagung. Die baden- württembergischen Grünen kritisierten die EnBW scharf. Die zugesagte neue Sicherheitsphilosophie des Energiekonzerns habe kläglich versagt, sagte Grünen-Landtagsabgeordneter Boris Palmer.

DPA / DPA