Berlin-Mitte Streik bei Kanzlers

Die Objektschützer vor der Privatwohnung von Angela Merkel in Berlin wollen streiken. Nicht etwa, weil sie die prominente Mieterin des Hauses nicht mögen. Nein, sie wollen schlicht mehr Geld.

Am Kupfergraben, Berlin-Mitte. Direkt gegenüber dem gelb gestrichenen Haus mit der Nummer 6. ist der Eingang des Pergamon-Museums, die Straßenbahn fährt alle paar Minuten quietschend vorbei. Hier, zwischen den Ausstellungen auf der Museumsinsel, den Geschäften in der Friedrichstraße und den Bars der Oranienburgerstraße, wohnt Kanzlerin Angela Merkel mit ihrem Ehemann Joachim Sauer. Gesichert wird ihr Haus Tag und Nacht.

Bislang zumindest. Am nächsten Montag könnte das anders sein. Denn die zur Bewachung der Privatwohnung der Kanzlerin eingesetzten Polizisten wollen am Montagmorgen zwei Stunden lang streiken. Zu dem Warnstreik rief die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zusammen mit Verdi und der IG BAU auf. Von 7 bis 9 Uhr sollen demnach auch die Objektschützer vor den Botschaften der USA, Großbritanniens, Russlands, Frankreichs sowie Chinas und der Türkei die Arbeit niederlegen. Hintergrund sind Forderungen der Gewerkschaften nach Einkommenserhöhungen im öffentlichen Dienst des Landes Berlin.

Insgesamt rund 1200 Objektschützer, alles Angestellte des Landes Berlin, tun in der Hauptstadt ihren Dienst, um Botschaften, Einrichtungen des Bundes oder auch jüdische Kindergärten zu bewachen. Die Wohnung der Kanzlerin "bietet sich als Objekt an", sagte ein Sprecher der GDP zu stern.de. "Denn in Berlin-Mitte sind viele Objekte, wie etwa Botschaften oder auch die Wohnung der Kanzlerin, auf kleinem Raum versammelt, und dort kann man die streikenden Mitarbeiter gut versammeln."

Um die Sicherheit von Angela Merkel macht man sich bei der Bundesregierung jedoch keine Sorgen: "Die Tarifauseinandersetzung ist Sache der beteiligten Parteien", sagte ein Sprecher stern.de. "Der Schutz der Kanzlerin ist zu jeder Zeit sichergestellt."

mta

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